Start News Prognose für Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2026

Prognose für Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2026

83

Coface hat seine Prognose für Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2026 deutlich nach oben korrigiert und geht nun von +6 Prozent aus. Hintergrund ist eine spürbare Eintrübung der globalen Konjunktur infolge geopolitischer Spannungen, steigender Kosten und anhaltend hoher Zinsen. Bereits im ersten Quartal 2026 stiegen die Insolvenzen weltweit um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in Nordamerika sogar um 22 Prozent. Der Nahostkonflikt hatte dabei zunächst nur begrenzte direkte Auswirkungen, verstärkt jedoch die wirtschaftliche Unsicherheit.

Für das Gesamtjahr erwartet Coface nun einen globalen Anstieg der Firmenpleiten um rund 6 Prozent – mehr als doppelt so viel wie die im Januar prognostizierten 2,8 Prozent. Für Deutschland wird ein Plus von etwa 5 Prozent erwartet. Auch in den USA und Frankreich (+8 Prozent) sowie in Japan (+7 Prozent) werden deutliche Zuwächse prognostiziert, während Spanien, Italien und das Vereinigte Königreich moderatere Anstiege zwischen 2 und 3 Prozent verzeichnen dürften.

Belastend wirken vor allem hohe Finanzierungskosten. Trotz zuletzt leicht sinkender Zinsen bleibt das Niveau nach den starken Anhebungen der Jahre 2022 und 2023 hoch. Gleichzeitig sind viele Unternehmen hoch verschuldet und reagieren empfindlich auf weitere Zinsschritte wie zuletzt durch die EZB. Der Zugang zu Krediten bleibt restriktiv, was die Fähigkeit zur Abfederung wirtschaftlicher Schocks einschränkt.

Besonders unter Druck stehen konjunktursensitive und kapitalintensive Branchen wie Bau, Chemie und Textil. In Deutschland belasten vor allem hohe Energiekosten und schwache Nachfrage die Chemie- und Bauindustrie. Auch international zeigen sich ähnliche Muster: In den USA leiden Bau und Industrie unter Finanzierungskosten, in Frankreich zusätzlich der Einzelhandel unter schwacher Kaufkraft, und in Japan geraten hoch verschuldete Sektoren zunehmend unter Druck.

Insgesamt führt die Kombination aus steigenden Kosten, sinkenden Margen und eingeschränktem Finanzierungszugang zu einer wachsenden Insolvenzdynamik. Besonders kleine und mittlere Unternehmen gelten als anfällig, da sie weniger diversifiziert sind und empfindlicher auf Liquiditätsschwankungen reagieren.
Quelle: Coface / Bild: Pixabay

Anzeige: Scharlatan – Theater für Veränderung