
ACI Europe warnt vor einer neuen Generation KI-gestützter Cyberbedrohungen („Mythos“-Klasse) und ruft Flughäfen, Technologieanbieter und weitere Akteure der Luftfahrtbranche zu gemeinsamem Handeln auf. In einem offenen Brief betont Generaldirektor Olivier Jankovec, dass europäische Flughäfen zunehmend komplexen geopolitischen Risiken, anhaltenden Cyberangriffen und hybriden Bedrohungen ausgesetzt sind. Die neuen KI-Systeme seien in der Lage, Schwachstellen autonom, schnell und in großem Maßstab zu erkennen und auszunutzen, was die Bedrohungslage deutlich verschärft.
Da Flughäfen in stark vernetzten Ökosystemen arbeiten, können Sicherheitslücken entlang der gesamten Lieferkette erhebliche Auswirkungen auf den Betrieb haben. ACI Europe fordert daher eine gemeinschaftliche Stärkung der Cyber-Resilienz im gesamten Luftfahrtsektor. Technologiepartner und Dienstleister sollen sich proaktiv auf KI-basierte Risiken vorbereiten und unverzüglich geeignete Schutzmaßnahmen umsetzen.
Zu den empfohlenen Maßnahmen zählen die Reduzierung von Angriffsflächen, stärkere Identitätskontrollen, Netzwerksegmentierung und die Anwendung von Zero-Trust-Prinzipien. Zudem wird ein risikobasiertes Schwachstellenmanagement gefordert, das Faktoren wie Schweregrad, Ausnutzbarkeit und geschäftliche Auswirkungen berücksichtigt.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Absicherung der Software-Lieferkette im Einklang mit dem EU Cyber Resilience Act (ab 2027). Gefordert werden transparente Prozesse zur Offenlegung von Schwachstellen, wirksame Behebungsmechanismen sowie Software-Stücklisten (SBOMs).
Zusätzlich empfiehlt ACI Europe automatisierte Sicherheitstests, den Einsatz KI-gestützter Schutzlösungen und den Ausbau von Wiederherstellungsfähigkeiten. Abschließend wird betont, dass nur durch Zusammenarbeit, Transparenz und gemeinsame Verantwortung die neuen Cyberrisiken wirksam bewältigt werden können.
Quelle: ACI Europe / Bild: Pixabay
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