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Wie geht es mit Amex GBT nach einer Übernahme durch Long Lake weiter?

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Long Lake will die geplante Übernahme von American Express Global Business Travel (Amex GBT) laut CEO Alex Taubman rasch mit seiner Nexus-AI-Plattform verbinden, melden Medien. Erste Effekte auf die Marge könnten schon wenige Wochen nach dem Abschluss sichtbar werden, weil große Teile der Infrastruktur branchenübergreifend ähnlich seien und sich relativ schnell übertragen ließen. Frühere Übernahmen hätten über ein Jahr gebraucht, um KI-Potenzial in messbare Ergebnisse umzusetzen; heute gebe es laut Taubman fast sofortige Zeiteinsparungen, auf die dann langfristiges Wachstum folgen solle.

Die Transaktion, die für die zweite Hälfte 2026 erwartet wird, wäre Long Lakes 31. Übernahme und die erste, bei der ein börsennotiertes Unternehmen privatisiert wird. Branchenexperten sehen vor allem die Schnelligkeit des Deals als bemerkenswert. M&A-Berater Matt Zito betonte, dass Long Lake fast das Zwölffache des EBITDA bezahlt habe – deutlich über Marktpreis. Gleichzeitig sei es schwierig, einen Deal dieser Größe so schnell zu stemmen.

Long Lake setzt gezielt auf „träge“ Dienstleistungsbranchen und versucht, mit KI die Produktivität zu steigern. Das Modell dahinter: schnellere Abläufe, bessere Kundenservices, mehr Wachstum. Taubman verweist auf ein anderes Portfoliounternehmen, in dem das jährliche Wachstum von 0 bis 5 Prozent auf über 20 Prozent gestiegen sei. Doch die Umsetzung ist komplexer, als die Idee klingt. Für die Einführung von Nexus müssen Workflows analysiert, Datenquellen bereinigt und Systeme integriert werden. Taubman selbst sprach von einem mehrjährigen Transformationsprozess.

Aus Sicht von Branchenkennern passt die Privatisierung gut zur Geschäftsreisebranche. Corporate Travel ist komplex, mit vielen Stakeholdern und Abhängigkeiten, und öffentliche Märkte verstehen diese Strukturen oft nur schwer. Private Eigentümer können längerfristig investieren, ohne sofortige Quartalsergebnisse liefern zu müssen. Berater Steve Clagg sieht Vorteile vor allem in eher unspektakulären, aber wichtigen Bereichen wie Ticketgenauigkeit, Umbuchungen, Störungsmanagement und Mid-Office-Automatisierung. Auch die Integration der bereits übernommenen CWT könnte dadurch schneller vorankommen.

Gleichzeitig dürfte Long Lakes Einstieg zu organisatorischen und personellen Veränderungen führen. Amex GBT betonte zwar, dass es keine negativen Auswirkungen auf die Ressourcen geben werde und Long Lakes Ingenieure eine Ergänzung seien. Dennoch kündigte CIO und CTO David Thompson seinen Abschied zum 31. Mai 2026 an. Langfristig stellen Experten sogar die Rolle klassischer TMCs infrage, weil KI die Bedeutung der Buchungsinfrastruktur verringern und das Problem der „Leakage“ verschärfen könnte. Reisende buchen ohnehin oft außerhalb der vorgesehenen Tools, und mit KI werde das noch einfacher. Für Unternehmenskunden lautet die Empfehlung daher, Verträge, Kennzahlen, Datenrechte und die geplante Roadmap frühzeitig genau zu prüfen.
Bild: Pixabay

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