
Die Ausgaben für Geschäftsreisen mit Ursprung in Europa werden 2026 voraussichtlich 404 Milliarden Euro erreichen. Das entspricht einem Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig planen europäische Unternehmen rund 600 Millionen Geschäftsreisen. Das geht aus aktuellen Zahlen der Global Business Travel Association (GBTA) hervor, die auf der GBTA + VDR Europe Conference 2026 vorgestellt wurden.
Die Ausgaben wachsen damit deutlich schneller als das Reisevolumen, das lediglich um 0,7 Prozent zulegen dürfte. Weltweit wird ein Ausgabenwachstum von 7,2 Prozent erwartet. Europa steht für 27 Prozent der globalen Geschäftsreiseausgaben und zählt damit neben Nordamerika zu den größten Märkten. Bis 2027 sollen die europäischen Ausgaben auf 425 Milliarden Euro steigen, bis 2030 auf 471 Milliarden Euro.
Deutschland größter Geschäftsreisemarkt
Deutschland bleibt mit prognostizierten 79,9 Milliarden Euro der größte europäische Geschäftsreisemarkt. Es folgen Großbritannien mit umgerechnet rund 66,7 Milliarden Euro, Frankreich mit 45 Milliarden Euro, Italien mit 39,5 Milliarden Euro und Spanien mit 26,5 Milliarden Euro. Zusammen vereinen diese fünf Länder rund 62 Prozent der europäischen Geschäftsreiseausgaben auf sich. Mittel- und Osteuropa dürfte 2026 mit 10,8 Prozent stärker wachsen als Westeuropa mit 6,5 Prozent.
Kundentermine wichtigster Reisegrund
Die Nachfrage bleibt stabil: 74 Prozent der befragten europäischen Geschäftsreisenden erwarten 2026 gleich viele oder mehr Reisen als im Vorjahr. 37 Prozent ihrer Geschäftsreisen führten 2025 ins Ausland, 63 Prozent blieben innerhalb des Heimatlandes. 57 Prozent beinhalteten mindestens eine Übernachtung. Die durchschnittliche Dauer mehrtägiger Geschäftsreisen lag bei 3,6 Nächten.
Wichtigster Reisegrund sind Kunden-, Vertriebs- und Account-Management-Termine, gefolgt von Schulungen, Projektarbeit sowie Konferenzen und Kongressen. Bei der Verkehrsmittelwahl dominiert das Auto mit 43 Prozent, vor dem Flugzeug (34 Prozent) und der Bahn (25 Prozent). 58 Prozent der Flugreisenden nutzten zuletzt eine klassische Netzwerk- oder Full-Service-Airline. Auch Blended Travel bleibt gefragt: 55 Prozent wollen 2026 eine Geschäftsreise um private Aufenthalte verlängern.
Firmenkarten und digitale Spesenabrechnung
43 Prozent der europäischen Geschäftsreisenden nutzen ein Spesenmanagementsystem, 64 Prozent erhalten eine Firmenkreditkarte. Von diesen bezahlen 61 Prozent mindestens die Hälfte ihrer Reiseausgaben mit der Karte. 57 Prozent haben sie in einer digitalen Wallet hinterlegt.
Geschäftsreisen als Wirtschaftsfaktor
Eine ergänzende GBTA-Studie zum wirtschaftlichen Einfluss von Geschäftsreisen in 25 Metropolen zeigt deren Bedeutung für lokale Wirtschaftskreisläufe. London verzeichnete 2024 direkte Ausgaben von Geschäftsreisenden in Höhe von 11,2 Milliarden Pfund. Daraus resultierten eine gesamte Wirtschaftsleistung von rund 18 Milliarden Pfund und 98.051 unterstützte Arbeitsplätze. In Frankfurt sorgten 4,2 Milliarden Euro direkte Reiseausgaben für eine Wirtschaftsleistung von 6,2 Milliarden Euro und rund 33.070 Arbeitsplätze.
Für Travel Manager bedeutet die Entwicklung: Da die Ausgaben deutlich schneller steigen als die Zahl der Reisen, rückt der konkrete geschäftliche Nutzen jeder einzelnen Reise stärker in den Mittelpunkt.
Quelle: Global Business Travel Association (GBTA) / Bild: Pixabay
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