
Bleisure und Workation etablieren sich als feste Bestandteile des Geschäftsreisens. Für Travel Manager kommt es darauf an, Zuständigkeiten, Richtlinien und Kosten transparent zu regeln.
Geschäftsreisen mit privaten Aufenthalten zu verbinden, ist längst üblich. Ob ein Wochenende nach dem Kundentermin oder zusätzliche Urlaubstage nach einer Messe: Blended Travel, der Oberbegriff für Bleisure und Workation, stellt Unternehmen vor neue organisatorische Fragen.
Laut einer repräsentativen Befragung unter 3.000 Geschäftsreisenden durch das Bayerische Zentrum für Tourismus (BZT), das GCB German Convention Bureau und den Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) haben 67 Prozent bereits eine Dienstreise privat verlängert. Drei Viertel planen dies auch 2026. In zwei Dritteln der Unternehmen bestehen bereits Richtlinien oder Empfehlungen.
Doch häufig fehlt eine klare Zuständigkeit. Während HR Blended Travel als Instrument zur Mitarbeiterbindung betrachtet, achten Finance und Travel Management auf Kosten, Prozesse und Sicherheit. Eine enge Abstimmung zwischen den Bereichen ist daher entscheidend.
Für 51 Prozent der Befragten erhöht Bleisure die Arbeitgeberattraktivität stark oder sehr stark. Flexible Arbeitszeiten und mobiles Arbeiten sind allerdings wichtiger. Blended Travel kann somit ein zusätzlicher Vorteil sein, ersetzt aber keine guten Arbeitsbedingungen.
Auch die Richtlinien sollten Unternehmen überprüfen. Wo Regeln nicht zur Reiseplanung passen, beantragt gut ein Viertel der Befragten Ausnahmen. Für Travel Manager ist dies ein Hinweis darauf, dass Policy und Praxis auseinanderliegen können. Buchungsdaten, die Travel Management Companies (TMCs) anonymisiert auswerten, helfen, solche Schwachstellen zu erkennen.
Neben Kosten, Steuern und Versicherungsschutz müssen Unternehmen auch soziale Aspekte berücksichtigen. Nicht alle Beschäftigten können private Reiseverlängerungen nutzen; manche möchten Berufliches und Privates bewusst trennen. Bleisure sollte deshalb eine freiwillige Option bleiben und nicht zum indirekten Erwartungsdruck werden.
Zudem darf die private Verlängerung keine schlecht geplanten oder übermäßig anstrengenden Dienstreisen kompensieren. Realistische Termine, geeignete Verbindungen und ausreichende Erholungszeiten bleiben die Grundlage.
Die Initiative Chefsache Business Travel empfiehlt drei Schritte: klare Verantwortlichkeiten festlegen, Richtlinien anhand der tatsächlichen Praxis überprüfen und Bleisure als freiwilligen Baustein der Arbeitgeberstrategie kommunizieren. Damit gewinnt das Travel Management eine strategische Rolle, unterstützt durch HR, belastbare Daten und die operative Expertise der TMC.
Quelle: Chefsache Business Travel














