
Geopolitische Krisen, handelspolitische Unsicherheiten und der zunehmende Wettbewerbsdruck aus China setzen den deutschen Mittelstand unter Druck. Laut einer Studie von KfW Research erwarten 30 Prozent der auslandsaktiven Mittelständler, dass ihre grenzüberschreitenden Umsätze in den kommenden drei Jahren sinken werden. Knapp ein Viertel rechnet mit Wachstum, 47 Prozent erwarten keine Veränderung. Die Befragung fand im Januar 2026 und damit noch vor dem Krieg im Iran statt – die aktuelle Einschätzung dürfte daher noch pessimistischer ausfallen.
Viele Unternehmen reagieren bereits: 16 Prozent haben in den vergangenen fünf Jahren neue Exportmärkte oder Auslandskunden erschlossen, weitere 7 Prozent planen dies. Rund doppelt so viele wollen ihr Geschäft stärker auf den EU-Binnenmarkt ausrichten. Besonders das Verarbeitende Gewerbe diversifiziert seine Absatzmärkte.
Besorgniserregend ist zudem die zunehmende Bereitschaft, Aktivitäten ins Ausland zu verlagern. Während dies in den vergangenen fünf Jahren nur 4 Prozent der Auslandsaktiven taten, planen 12 Prozent eine Verlagerung in den kommenden fünf Jahren. Im Verarbeitenden Gewerbe sind es sogar 29 Prozent. Würde nur die Hälfte dieser Pläne umgesetzt, könnten rund 7 Prozent der mittelständischen Industriebetriebe Teile ihrer Produktion ins Ausland verlagern.
2024 erzielte der deutsche Mittelstand 699 Milliarden Euro Auslandsumsatz. Real ging dieser gegenüber 2023 um 2,9 Prozent zurück. KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher fordert deshalb bessere Standortbedingungen durch weniger Bürokratie, niedrigere Energie- und Arbeitskosten sowie geringere Steuern und Abgaben.
Die KfW-Internationalisierungsberichte der letzten Jahre gibt es hier.
Quelle: KfW / Bild: Pixabay
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