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Wie rigeros trennen?

Pullman, eine der premium Hotelmarken von
Accor, setzt darauf, daß Geschäftsreisende
neben ihrem Business auch privat sein
möchten. Der Relaunch der Marke erfolgte
unter diesem Glaubensbekenntnis. Um hier auf festerem
Boden zu stehen, hat man das Forschungsinstitut
Ipsos beauftragt, das länderübergreifend
zu untersuchen. Dabei hat man eine Umfrage unter ca. 2 200 international
Geschäftsreisenden zu Rate gezogen, ein
Panel, zu dem die Datenbank von Pullman
ein Drittel beitrug. Die Befragten sind Kunden
mittelklassiger und gehobener Hotels,
zwischen 25 und 65 Jahre alt und leben in
Frankreich, Deutschland, dem Vereinigten
Königreich, den Vereinigten Staaten, Brasilien,
Australien und China. Es hat sich gezeigt,
daß das Credo von Pullman zumindest nicht
falsch ist: die Grenzen zwischen Privat- und
Berufsleben der Reisenden verschwimmen
(engl. „blur“), aber die Tendenzen sind doch
sehr unterschiedlich.

Deutsche und französische Reisende vermischen
ihr Berufs- und Privatleben am wenigsten
und stehen dem Verschmelzen am
kritischsten gegenüber. Außerdem sind sie
am wenigsten bereit, private Dinge während
ihrer Arbeitszeit zu erledigen. Chinesen und
Brasilianer sind Weltmeister im „Blurring“
(eigentlich: weichzeichnend) und werden
zu den am meisten vernetzten Reisenden
gezählt. „Blurring“, die stufenweise Vermischung
der Berufs- und Privattätigkeiten, ist ein globaler Trend, der in den Ländern,
in denen die Umfrage durchgeführt wurde,
bekannt ist – von Australien bis China,
einschließlich der Vereinigten Staaten,
Deutschland und Frankreich.

Einkommensstarke Vielreisende sind vernetzt
und jederzeit erreichbar. Dadurch
verwischen bei ihnen die Grenzen zwischen
Arbeits- und Privatleben. Dieses
neue Verhalten verändert die Organisation
von Privat- und Berufsleben und bestätigt
auch das Ausdehnen der Arbeit in den
privaten Bereich, und im Nebeneffekt wird
das Ausdehnen privater Tätigkeiten in den
Arbeitsbereich als gerechtfertigt und als Teil
einer stillschweigenden Übereinkunft mit
dem Arbeitgeber angesehen. Amerikanische
Reisende sind am ehesten unentschlossen,
sagt die Erhebung. Australier und Briten
schließlich sind, wenn es um die Überschneidung
von Privat- und Berufsleben
geht, wie Franzosen und Deutsche, zurückhaltend,
jedoch nicht ganz so unwillig.

Es wäre natürlich eine weitere Untersuchung
wert, herauszufi nden, ob die Vermischung
Business effektiver macht, weil Geschäftsleute
entspannter ihren Aufgaben nachgehen
oder ob weniger Disziplin schadet.

Quelle: www.nfh-online.de





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