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Umfrage bei Geschäftsreiseeinkäufern

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Der Optimismus in der Geschäftsreisebranche ist seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar deutlich gesunken, insbesondere in Europa. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Global Business Travel Association (GBTA) unter mehr als 500 Reiseeinkäufern und Anbietern weltweit. Zwar laufen Geschäftsreisen 2026 weiterhin in einem stabilen Rahmen, doch die Branche agiert vorsichtiger, mit geringerer Zuversicht und höherer operativer Komplexität als noch zu Jahresbeginn.

Global fiel der Optimismus bei Einkäufern von 59 Prozent im Januar auf 39 Prozent im April, bei Anbietern von 57 auf 45 Prozent. Europa sticht besonders hervor: Während im Januar noch 58 Prozent der Befragten optimistisch waren, sind es im April nur noch 21 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil der Pessimisten von 14 auf 38 Prozent. Damit ist Europa die einzige Region, in der negative Erwartungen überwiegen.

Als größtes Risiko gelten geopolitische Spannungen: 92 Prozent der europäischen Befragten nennen sie als Hauptfaktor, deutlich über dem globalen Durchschnitt (79 Prozent). Insgesamt berichten 76 Prozent der Einkäufer und 83 Prozent der Anbieter, dass Konflikte ihre Entscheidungen zu Geschäftsreisen und Meetings spürbar beeinflussen. Häufige Folgen sind geänderte Reiserouten, die Aussetzung von Reisen in Krisenregionen sowie die Überarbeitung von Sicherheits- und Fürsorgekonzepten.

Auch Kosten und Sicherheit rücken stärker in den Fokus. Die Sorge um die Bezahlbarkeit von Geschäftsreisen stieg von 70 auf 82 Prozent, die um die Sicherheit der Mitarbeiter von 56 auf 67 Prozent. Unternehmen reisen weiterhin, agieren jedoch deutlich kontrollierter und risikobewusster.

Die Erwartungen für 2026 zeigen eine gedämpfte Entwicklung: 28 Prozent der Einkäufer rechnen mit sinkenden Reisevolumina (Januar: 16 Prozent), nur 30 Prozent erwarten Wachstum. 41 Prozent gehen von stabilen Zahlen aus. Bei den Ausgaben erwarten 43 Prozent einen Anstieg – vor allem bedingt durch höhere Preise –, während 22 Prozent von sinkenden Budgets ausgehen (Januar: 13 Prozent).

Auch der Bereich Meetings und Events ist betroffen. 38 Prozent der Befragten sind weniger geneigt, internationale Veranstaltungen in den USA abzuhalten. Mehr als die Hälfte der Unternehmen hat ihre Strategien angepasst, etwa durch virtuelle Formate, Absagen, geringere Teilnehmerzahlen oder Standortverlagerungen. Europäische Unternehmen setzen stärker auf virtuelle Meetings als nordamerikanische.

Die Studie unterstreicht zudem die wachsende Bedeutung eines professionellen Travel Managements in unsicheren Zeiten: 70 Prozent sehen darin einen entscheidenden Faktor. Gleichzeitig gewinnt künstliche Intelligenz an Bedeutung: 41 Prozent der Unternehmen nutzen sie bereits aktiv, weitere 28 Prozent indirekt über integrierte Systeme.
Quelle: Global Business Travel Association / Bild: Pixabay

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