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VDR-Mitglieder melden mehr Reisen bei gedämpfter Ausgabebereitschaft

Auf eine aktuelle Umfrage unter den Mitgliedern des Verbands Deutsches Reisemanagement e. V. (VDR) antworteten mehr als 80 Prozent der Befragten, es werde im Unternehmen wieder mehr gereist. Mit dieser Nachricht legte der deutsche GeschäftsreiseVerband VDR den positiven Grundtenor seiner Herbsttagung für Geschäftsreise- und Mobilitätsmanagement im pentahotel in Leipzig.

Der Optimismus, der in der Umfrage zum Ausdruck kommt, ist allerdings gebremst. So schränken gut zwei Drittel der Befragten ihre Zustimmung mit dem Hinweis ein, sie achteten immer noch stark auf die Kosten. Fast 18 Prozent gaben an, die restriktiven Maßnahmen, mit denen während der Wirtschaftskrise die Geschäftsreiseausgaben gesenkt wurden, sogar unverändert beizubehalten. Dazu zählen Einschränkungen bei den gebuchten Flug-Serviceklassen und Hotelkategorien.

Rund acht Prozent der Befragten handeln noch einen Schritt konservativer – trotz des Aufschwungs bleiben alle nicht unbedingt notwendigen Reisen gestrichen. Ihr Anteil ist im vergangenen Jahr kontinuierlich zurückgegangen: Im Februar 2010 hatten elf Prozent der Befragten angegeben, alle nicht unbedingt notwendigen Reisen fielen dem Rotstift zum Opfer. Im Oktober 2009 waren es noch doppelt so viele.

Insgesamt zeichnet diese Umfrage, mit der der VDR seine Mitglieder bereits zum siebten Mal zu den Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise auf das Geschäftsreiseverhalten befragt hat, also ein gemischtes Bild.

„Die Wirtschaftskrise hat das Travel Management nicht nur dazu gebracht, sich weiter zu professionalisieren und versteckte Einsparpotenziale aufzuspüren. Sie hat auch gezeigt, dass die gefundenen Lösungen dauerhaft tragbar und in den Vorstandsetagen wie auch unter den Geschäftsreisenden durchsetzbar sind“, sagt VDR-Präsident Dirk Gerdom zu den Ergebnissen der Umfrage.

„Die Erholung der Geschäftsreise bedeutet daher nicht, dass sich Fluggesellschaften und Hotels auf die Umsatzniveaus von vor der Krise freuen können. Sie werden zwar wieder mehr Gäste zählen, aber pro Gast weniger Geld verdienen. Es sieht ganz danach aus, als könnte das ein Trend werden, der der Branche erhalten bleibt.“

Travel Manager in den Unternehmen seien wertvoller denn je, betonte VDR-Präsident Dirk Gerdom in seiner Eröffnungsrede. Sie würden gefordert und endlich auch anerkannt. „Jetzt, da wieder Luft bleibt für den Blick über den Tellerrand, gilt es, die neuen Aufgaben und Trends, die sich heranschleichen, mit voller Kraft in Angriff zu nehmen und voranzutreiben“, sagte Dirk Gerdom.



Die Tagung hatte es sich zur Aufgabe gesetzt, den Wandel der Travel Manager zu Allroundtalenten nachzuzeichnen und zu begleiten. Keynote-Redner Charles Petruccelli, President Global Travel Services von American Express Int., knüpfte an die Rede von Dirk Gerdom an. Er skizzierte eine Zukunft, in der das Travel Management nicht mehr vordringlich für Verhandungen, Steuerung und Controlling verantwortlich ist, sondern dafür, den Return on Invest des Kostenblocks Geschäftsreise insgesamt sicher zu stellen. Die Unternehmen nähmen inzwischen jeden einzelnen Prozess der Geschäftsreisekette ernst, die Reisenden selbst seien kostenbewusst und anpassungsfähig, aber auch qualitätsbewusster geworden, die mobile Technologie wachse zur Revolution heran. „Ein Modell, das nicht Transaktionen, sondern die Reisenden in den Mittelpunkt stellt, ist das neue Mantra“, so Petruccelli, und weiter: „Der Erfolg wird in der gemeinsamen Produktentwicklung von Unternehmen und Dienstleistern liegen.“

Wie sehr die wirtschaftliche Entwicklung zu dauerhaften Veränderungen geführt hat, die die Marktteilnehmer an einen Tisch bringt, lässt sich beispielsweise gut an einem der zentralen Themen der Tagung ablesen, den Zusatzangeboten (Ancillary Services) der Fluggesellschaften. „Wir müssen möglichst alle Anbieter dazu bringen, dass diese Leistungen auf einheitliche, transparente und prozessoptimale Weise abgerechnet und entsprechend auf den Rechnungen dargestellt werden“, so VDR-Präsident Dirk Gerdom. Andrea Zimmermann, Inhaberin der Unternehmensberatung btm4u, forderte darüber hinaus die Vertragssicherheit, dass Zusatzleistungen nicht nachträglich aus verhandelten Flugtarifen heraus genommen werden. Peter Tomes, Head of Provider & Corporate Solutions, bei Amadeus Germany, kündigte eine mit Airlines wie auch mit den Anbietern nachgelagerter Systeme abgestimmte Branchen-Buchungslösung an, die die Prozesse nicht unnötig verlängert.

Die rasche Entwicklung mobiler Technologien – Charles Petruccelli rechnet mit weltweit zehn Milliarden internetfähigen Mobiltelefonen in den kommenden fünf Jahren – wird eine große Zahl neuer Dienste hervorbringen, die Komfort und Effektivität auf Geschäftsreisen ermöglichen.

„Während die Grenzen zwischen Dienst- und Freizeit durch die ständige Erreichbarkeit verschwimmen, entwickeln sich mobile Dienste zu Tür-zu-Tür-Assistenten für Geschäftsreisende – und Travel Manager stehen vor der Aufgabe, sie in die betrieblichen Prozesse einzupassen“, so Marina Hegemann, Gesellschafterin des Applikationsanbieters TouristMobile.

Ähnliche Herausforderungen stellen sich in den Bereichen Flotte, Hotel und Veranstaltungen. „Wir sind zusammengekommen, wir werden zusammenbleiben und wir müssen zusammenarbeiten“, resümierte Dirk Gerdom. Die prozessübergreifende Zusammenarbeit schließt auch die Politik ein.

Gerdom: „Wir dürfen nicht aufhören, der Politik klarzumachen, dass sie uns in ihre Entscheidungen einbezieht, um sicherzustellen, dass Fachkompetenz die Basis von politischen Entscheidungen sein sollte, und nicht Interessenslagen.“

Auf die VDR-Mitgliederumfrage hatten Ende Oktober 2010 Travel Manager aus 96 VDR-Mitgliedsunternehmen geantwortet. Mehrfachantworten waren möglich.

www.vdr-service.de





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