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Machen Geschäftsleute in Zukunft einen großen Bogen um Dubai?

Jahrelang pilgerten Firmen in die Wüste, um vom Boom in Dubai zu profitieren.
Glänzende Geschäfte winkten und keiner hinterfragte die Substanz. Goldgräberstimmung so weit das Auge reicht. Wie wird es in Dubai, oder besser gesagt mit Dubai weitergehen?
Im Blog „Wirtschaftsquerschuss“ list man zum Bauboom in der Wüste:

Kreditgetriebene Fata Morgana

Der Wirtschaftsboom aus Tausendundeiner Nacht in Dubai hat sich als Fata Morgana entpuppt. Treiber dieser „Wahrnehmungstäuschung“ war die Urgewalt im Kapitalismus – der ungezügelte Kredit! Nun beginnt auch diese Kreditpyramide durch Nebenwirkungen der Überdosois ins Wanken zu geraten. Der durch exzessive Kreditvergabe ausgelöste Bauboom bescherte noch 2008 kräftige 30% des Bruttoinlandprodukts von Dubai, während die Einnahmen aus den versiegenden Ölquellen nur noch 6% der Wirtschaftskraft generierten. Im Zuge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise kollabierte die Nachfrage nach den Prestigebauten im Wüstenstaat kräftig. Seit dem Hoch im Jahr 2008 sind die Immobilienpreise um sagenhafte 50% eingebrochen! Auslöser für die aktuellen Turbolenzen auch auf die weltweiten Finanzmärkte, war die Bitte des Emirates an einige Gläubiger von Dubai World einen Zahlungsaufschub bis zum 30. Mai 2010 zu gewähren.

Dubai World – eine von drei staatseigenen 100% Holdings des Emirat Dubai. In der Dubai World Holding sind 10 Tochtergesellschaften gebündelt.

Darunter befinden sich der Immobilienentwickler und Baukonzern Nakheel, auf dessen Konto die berühmten Palmeninseln gehen.

Mit einem 77% Anteil gehört zur Holding auch der Hafenbetreiber DP World, der größte Hafen und Logistikumschlagplatz der Region. Dort werden alleine 7 Millionen Container im Jahr umgeschlagen. Auch im Schiffbau ist Dubai World mit der Drydocks World engagiert. Erwähnenswert ist auch noch der Immobilienentwickler Limitless LLC, der diverse Vermögenswerte in Form von Immobilien in Europa, Afrika, Asien und dem Nahen Osten hält.

Das staatliche Konglomerat Dubai World ist mit ca. 59 Milliarden Dollar verschuldet. Insgesamt beträgt die Verschuldung des Emirats Dubai satte 88,140 Mrd. Dollar, nach Angaben einer aktuellen Analyse der Bank of America. Fast 50 Mrd. Dollar müssen in den nächsten 3 Jahren refinanziert bzw. getilgt werden.

Das Szenario eines Zahlungsausfalls könnte die ganze Golfregion in einen Strudel reißen. Nach Einschätzung der Bank of America könnte die Dubai-Krise andere Schwellenländer erheblich in Mitleidenschaft ziehen. Ein Ausfall Dubais könnte „zu einem plötzlichen Stopp des Kapitalflusses in den Schwellenländer führen“, schreiben die Analysten der BoA. Dies würde einen „erheblichen Rückschritt“ in der gerade erst begonnenen Erholung der Weltwirtschaftskrise bedeuten.

Quelle: www.wirtschaftquerschuss.blogspot.com

Die Lage in Dubai ist angespannt und der Boom der letzten Jahre dürfte erst einmal vorbei sein. Auf keinen Fall dürfen weitere “negative Nachrichten” aus der Region kommen.

Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, ob es sich noch lohnt, für Geschäfte nach Dubai zu reisen, oder ob Dubai nur noch für Baustellenbesichtigungen äh… Urlaubsreisen angesteuert wird.





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