
Kasachstan will bis 2029 rund 14,3 Milliarden US-Dollar aus seinem Nationalfonds in den Infrastrukturausbau investieren. Präsident Kassym-Schomart Tokajew kündigte das Programm in seiner Rede zur Lage der Nation an. Bis Februar 2027 sollen bereits 3,3 Milliarden Dollar in soziale Projekte fließen, darunter 70 Gesundheitseinrichtungen sowie rund 50 Bildungs-, Sport- und Kulturstätten. Ziel ist es, das Wirtschaftswachstum zu beschleunigen und die Abhängigkeit vom Rohstoffsektor zu verringern.
Neue Handelswege zwischen Europa und Asien
Ein Schwerpunkt liegt auf der Verkehrsinfrastruktur. Die 272 Kilometer lange Eisenbahnstrecke Bakhty-Ayagoz im Osten des Landes soll 2027 in Betrieb gehen. Zudem entsteht eine rund 800 Kilometer lange Fernstraße zwischen Beineu und Saksaulsk. Sie soll die Transportstrecke zwischen China und Europa um etwa 1.000 Kilometer verkürzen und Lieferzeiten um bis zu drei Tage reduzieren.
Die Projekte sollen den Mittleren Korridor stärken, der Asien über Zentralasien, das Kaspische Meer und den Südkaukasus mit Europa verbindet. Für deutsche Unternehmen könnte dies zusätzliche Möglichkeiten zur Diversifizierung von Lieferketten eröffnen.
Energieversorgung wird ausgebaut
2025 überstieg der Stromverbrauch mit 124,6 Milliarden Kilowattstunden die Produktion von 123,1 Milliarden Kilowattstunden. Bis 2029 will Kasachstan das Defizit beseitigen. Geplant sind modernisierte Kraftwerke, zusätzliche Erzeugungskapazitäten und der Ausbau der Stromnetze. Neben erneuerbaren Energien setzt das Land auf Kohle und Kernenergie. Der Bau des Kernkraftwerks Balkhash könnte 2027 beginnen; der erste Reaktor soll nach bisherigen Planungen 2034 ans Netz gehen. Zudem erwägt die Regierung eine strategische Uranreserve.
Neue Chancen für deutsche Unternehmen
Kasachstan will private Investitionen fördern, Industrieprojekte besser koordinieren und kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu öffentlichen Aufträgen erleichtern. Für kleinere Betriebe wird ab 2027 ein dreijähriges Moratorium für bestimmte staatliche Kontrollen geprüft.
In der geplanten Wirtschafts- und Innovationsstadt Alatau nahe Almaty soll ein eigenes Gerichtssystem für Wirtschafts- und Investitionsstreitigkeiten entstehen, das sich am englischen Common Law orientiert.
Geschäftschancen ergeben sich insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau, in der Energie- und Verkehrstechnik, der Logistik sowie bei der Digitalisierung industrieller Prozesse. Zugleich will Kasachstan die heimische Wertschöpfung stärken und lokale Unternehmen stärker an Infrastrukturprojekten beteiligen.
Quelle: Botschaft der Republik Kasachstan in der Bundesrepublik Deutschland
Germany Trade & Invest (GTAI) zur Wirtschaft in Kasachstan
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