
Die Global Business Travel Survey 2026 von SAP Concur zeigt ein ambivalentes Bild von Geschäftsreisen: Sie werden weiterhin als wertvoll wahrgenommen, gleichzeitig nehmen Vorbehalte zu. Grundlage der Studie sind Befragungen von 3.300 Geschäftsreisenden, 800 Travel Managern und 700 CFOs aus mehreren Märkten.
Für viele Beschäftigte bleiben Geschäftsreisen ein persönlicher und beruflicher Gewinn. Weltweit geben 93 % an, dass sie sich positiv auf ihr Wohlbefinden auswirken (Deutschland: 84 %). Genannt werden vor allem Abwechslung vom Arbeitsalltag, neue Energie sowie persönlicher Austausch. Für Eltern haben Geschäftsreisen in einigen Punkten einen höheren persönlichen Nutzen. Sie nennen häufiger eine Auszeit von familiären oder privaten Verpflichtungen als Reisende ohne Kinder (33 % vs. 26 %). Auch Wellness-Angebote (33 % vs. 25 %) und zusätzliche Möglichkeiten für Sport und Bewegung (22 % vs. 14%) spielen für sie eine größere Rolle. Auch CFOs sehen den strategischen Nutzen: 97 % halten Geschäftsreisen für wichtig für das Unternehmenswachstum, 82 % erwarten steigende Budgets. Gleichzeitig wächst der Druck, den Mehrwert von Reisen messbar zu belegen.
Dem positiven Nutzen stehen jedoch zunehmende Unsicherheiten gegenüber. Zwei Drittel der Geschäftsreisenden weltweit (67 %, Deutschland: 64 %) zögern häufiger, Dienstreisen anzutreten. Hauptgründe sind Sicherheitsbedenken in geopolitisch angespannten Regionen (31 %), Angst vor Reiseunterbrechungen (28 %) sowie Unsicherheiten bei Einreise- und Identitätsanforderungen (16 %). Geschäftsreisen werden damit als stressiger und schwerer planbar wahrgenommen.
Parallel verändern sich die Erwartungen an Arbeitgeber. 27 % der Reisenden sehen Unternehmen stärker in der Pflicht, ihre Sicherheit zu gewährleisten (2020: 18 %). Gleichzeitig bleibt Eigenverantwortung ein wichtiger Faktor. Das Vertrauen in die Fürsorge der Unternehmen ist jedoch begrenzt: Nur 58 % glauben, dass ihr Arbeitgeber im Ernstfall ausreichend unterstützen kann. Travel Manager sehen hier ebenfalls Defizite, während CFOs die Verantwortung teilweise weiterhin bei den Mitarbeitern verorten.
Technologische Lösungen wie Standort-Tracking stoßen grundsätzlich auf Zustimmung (79 %), werfen jedoch Fragen zum Vertrauen und Datenschutz auf. Für Unternehmen entsteht ein Spannungsfeld zwischen Sicherheitsanforderungen und Transparenz.
Insgesamt verdeutlicht die Studie eine wachsende Lücke zwischen den Erwartungen von Unternehmen und den Bedürfnissen der Reisenden. Zentrale Herausforderung bleibt, Geschäftsreiseprogramme so weiterzuentwickeln, dass sie Sicherheit, Effizienz und Vertrauen gleichermaßen gewährleisten.
Quelle: SAP Concur / Bild: Pixabay
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