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Geopolitik beeinflusst deutschen Außenhandel

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Geopolitische Spannungen wirken sich zunehmend auf Deutschlands Außenhandel aus. Eine Analyse von KfW Research zeigt: Je größer die politische Distanz zwischen Deutschland und einem Handelspartner, desto geringer fallen die Handelsströme aus. Besonders stark ist der Effekt bei den Exporten. Ein Anstieg der geopolitischen Distanz um einen Punkt – gemessen am Abstimmungsverhalten in der UN-Generalversammlung – geht seit 1995 im Durchschnitt mit einem Rückgang der deutschen Exporte in das betreffende Land um rund 17 Prozent einher. Bei den Importen ist der Zusammenhang schwächer.

Seit 2016 hat sich der negative Effekt deutlich verstärkt. In dieser Zeit nahmen Handelskonflikte, Protektionismus und die Fragmentierung der Weltwirtschaft zu. Deutschland baute seitdem seinen Handel mit geopolitisch ähnlich ausgerichteten Ländern aus: Exporte und Importe stiegen jeweils um rund 26 Prozent. Mit deutlich anders orientierten Staaten gingen die Handelsströme dagegen massiv zurück – die Exporte um 90 Prozent, die Importe um 96 Prozent.

Auch für China und die USA simuliert KfW Research mögliche Folgen einer weiteren politischen Entfremdung. Bei einem Distanzanstieg um 0,7 Punkte könnten die deutschen Exporte nach China um rund 7 Prozent und in die USA um etwa 4 Prozent sinken. KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher plädiert daher für eine breitere Aufstellung der Handelsbeziehungen, weniger kritische Abhängigkeiten und einen starken europäischen Binnenmarkt.
Die KfW bietet zu dem Thema eine Studie an: Fokus Volkswirtschaft Nr. 559, September 2026
Quelle: KfW

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