
Der britische Markt für Geschäftsveranstaltungen droht laut einem Bericht des Ausschusses für Kultur, Medien und Sport des Unterhauses an internationaler Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Ohne eine eigenständige, langfristige Strategie und stärkere staatliche Unterstützung könnten erhebliche wirtschaftliche Chancen ungenutzt bleiben. Der Sektor umfasst Konferenzen, Messen und Ausstellungen, generiert jährlich rund 33,6 Milliarden Pfund und sichert Hunderttausende Arbeitsplätze.
Kritisiert wird insbesondere, dass Geschäftsveranstaltungen politisch bislang nicht als eigenständiger, handelsgetriebener Wirtschaftszweig behandelt werden, sondern im Schatten von Großveranstaltungen und Tourismuspolitik stehen. Dies erschwere eine gezielte Förderung und schwäche die internationale Position des Vereinigten Königreichs.
Der Ausschuss empfiehlt daher die Entwicklung einer nationalen, langfristigen Strategie, abgestimmt auf die Industriestrategie des Landes. Zudem soll ein von der Branche geführter „National Business Events Council“ geschaffen werden, um Koordination, Führung und den Austausch zwischen Regierung und Wirtschaft zu verbessern. Auch eine Verlagerung der Zuständigkeit in das Ministerium für Wirtschaft und Handel wird angeregt, um die Bedeutung des Sektors für Handel, Investitionen und Innovation stärker abzubilden.
Besorgt zeigen sich die Abgeordneten über Kürzungen bei VisitBritain, insbesondere die Verkleinerung des zuständigen Teams und die Abschaffung eines Förderprogramms. Dies sei kontraproduktiv, da internationale Vermarktung entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit sei.
Als weitere zentrale Herausforderungen nennt der Bericht steigende Kosten, schwache Verkehrsanbindungen, komplexe Visaverfahren und zusätzliche bürokratische Hürden seit dem Brexit. Genannt werden unter anderem Mehrwertsteuer, Luftverkehrsabgabe, Einreisegenehmigungen und lokale Abgaben. Gefordert werden daher eine Überprüfung der Kostenbelastung, schnellere Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur sowie vereinfachte Visa- und Anerkennungsverfahren, auch durch ein entsprechendes Abkommen mit der EU.
Bild: Pixabay
Anzeige: Meetings, Incentives, Congresse und Events in Brüssel














