Start News Geschäftsreisende und CMD: Der unterschätzte Faktor Kiefergesundheit

Geschäftsreisende und CMD: Der unterschätzte Faktor Kiefergesundheit

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Chronischer Zeitmangel, Schlafunterbrechungen, intensive Verhandlungssituationen und die permanente Präsenz in fremden Umgebungen gehören zum Gesundheitsrisikoprofil Geschäftsreisender. Dass sich dieser Stressmix auf den Bewegungsapparat niederschlägt, ist bekannt. Weniger im Bewusstsein verankert ist hingegen, wie stark das Kiefergelenk unter dem Stress leiden kann.
Die Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik (DIR) beschreibt die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) als multifaktorielles Krankheitsbild – mit psychosozialem Stress als einen der zentralen Risikofaktoren.

Beschwerdebild von CMD ist trügerisch
Travel Manager und Duty-of-Care-Verantwortliche sollten daher einen genaueren Blick auf die Kieferfunktionsstörung werfen. CMD ist nicht lediglich ein zahnmedizinisches Thema, sondern ein ernstzunehmender Aspekt der Produktivität und des Wohlbefindens von Mitarbeitern auf Dienstreisen. Eine Studie aus Südkorea zeigt beispielsweise, dass Menschen mit CMD unter signifikant eingeschränkter Schlafqualität leiden – ein Problem, das sich auf langen Strecken oder bei häufigen Zeitzonen-Wechseln deutlich verstärkt.
Von CMD betroffene Personen klagen über Kopfschmerzen, Nackenverspannungen, Tinnitus oder Schwindel und suchen zunächst neurologische oder orthopädische Hilfe. Die Verbindung zum Kiefer wird häufig erst nach Monaten hergestellt. Im Berufskontext bedeutet das: Betroffene arbeiten lange Zeit mit reduzierten Kapazitäten, ohne den eigentlichen Auslöser zu kennen. Fehldiagnosen kosten Zeit und Ressourcen.

CMD-Risikofaktoren auf Dienstreise
Der Zusammenhang zwischen Dienstreisen und CMD ergibt sich aus mehreren Aspekten: Bruxismus, also das unbewusste Zähneknirschen und -pressen, tritt vor allem in Stressphasen auf und wird durch Schlafmangel begünstigt. Hinzu kommen schlechte Sitzhaltungen in Flugzeugen und Zügen, die das muskuläre Gleichgewicht im Kiefer-Hals-Nacken-Bereich beeinträchtigen können. Auch das Telefonieren mit eingeklemmtem Hörer zwischen Schulter und Ohr – ein verbreitetes Muster in Hotelzimmern oder Büros unterwegs – gilt als klassischer Risikofaktor.
Unternehmen, die Travel Health ernst nehmen, sollten CMD in ihre Gesundheitsportfolios aufnehmen. Als präventiv wirksam erweisen sich Informationsangebote über Risikofaktoren, physiotherapeutische Begleitung bei Vielreisenden sowie die Sensibilisierung der Reisenden selbst. Eine frühzeitige Diagnose ist in der Regel kostengünstiger als eine langwierige Therapie nach Jahren der Beschwerden.

Behandlung von CMD
Die CMD-Behandlung setzt in der Regel auf einen interdisziplinären Ansatz: Zahnmedizinische Aufbiss-Schienen reduzieren den nächtlichen Druck, manualtherapeutische Interventionen lösen Muskelverspannungen und eine begleitende Stresstherapie adressiert die psychosomatische Komponente. Spezialisierte Praxen bieten inzwischen ganzheitliche Konzepte, die auf Berufspendler und Vielflieger zugeschnitten sind.
In wirtschaftsstarken Regionen wie zum Beispiel dem Rheinland, einem der meistfrequentierten Knotenpunkte für Geschäftsreisende in Deutschland, wächst das Angebot an spezialisierten Praxen für CMD in Düsseldorf und Umgebung. Gerade für Menschen mit anhaltendem Reise- und Leistungsdruck ist eine frühzeitige Erfassung möglicher CMD-Symptome sinnvoll, um die Beschwerden im Rahmen eines individuell abgestimmten Therapiekonzepts wirksam zu adressieren und langfristige Einschränkungen im Alltags- und Berufsleben zu vermeiden.
Bild: unsplash