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Nach dem Streik der Piloten bei
den Lufthansa-Töchtern Cityline und Eurowings drohen der größten
deutschen Fluggesellschaft bereits zum Wochenende weitaus
umfassendere Arbeitsniederlegungen. Am Freitagvormittag gibt die
Gewerkschaft ver.di das Ergebnis der Urabstimmung beim Boden- und
Kabinenpersonal bekannt. Wird die notwendige Stimmenzahl erreicht,
könnten die rund 52 000 Beschäftigten sofort mit
Arbeitskampfmaßnahmen beginnen.

Unterdessen hat sich nach dem 36-stündigen Pilotenstreik bei
Cityline und Eurowings der Flugbetrieb wieder normalisiert. Am
Donnerstagmorgen habe nur noch ganz vereinzelt Flugausfälle gegeben,
sagte Lufthansa-Sprecher Thomas Jachnow.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) bezeichnete die
Arbeitskampfmaßnahmen des rund 1000-köpfigen Cockpitpersonals bei
Cityline und Eurowings als „erfolgreich“. „Wir haben das Signal
gesendet, dass die Piloten geschlossen hinter den Forderungen
stehen“, sagte Cockpit-Sprecherin Ilona Ritter. Die Gewerkschaft
wolle jetzt den Arbeitgebern „etwas Zeit“ geben und nehme sich auch
selbst eine Auszeit für Beratungen über das weitere Vorgehen.

Derweil hat der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende, Wolfgang
Mayrhuber, in einem offenen Brief an alle Mitarbeiter die
gegenwärtigen Tarifauseinandersetzungen mit den Gewerkschaften als
„völlig überflüssig“ und „kontraproduktiv“ bezeichnet. Diese
Auseinandersetzungen könnten „gegebenenfalls sogar gefährlich
werden“.

„Wir haben ver.di und der VC gute Angebote vorgelegt und liegen
damit – nicht nur im Industrievergleich, sondern auch im Vergleich zu
anderen Branchen, die weit weniger krisenanfällig sind und deutlich
mehr Profit abwerfen, bereits im oberen Bereich der diesjährigen
Tarifabschlüsse in Deutschland“, schrieb Mayrhuber weiter. Mehr gehe
nicht, „das muss deutlich gesagt werden“.

ver.di fordert für das Boden- und Kabinenpersonal 9,8 Prozent mehr
Gehalt bei einer einjährigen Tarifvertragslaufzeit. Lufthansa bot
zuletzt an, die Gehälter ab 1. Juli um 4,6 Prozent und zum 1. Juli
kommenden Jahres noch einmal um 2,1 Prozent anzuheben. Vorgesehen war
außerdem eine Einmalzahlung noch in diesem Jahr in Höhe von einem
Prozent der Jahresvergütung. Als Laufzeit für den Tarifvertrag bot
Lufthansa 21 Monate bis Ende Februar 2010 an.

Von dem drohenden Streik bei der Lufthansa profitieren offenbar
die Konkurrenten der Fluggesellschaft. „Seit Mitte der Woche haben
wir deutlich mehr Buchungen“, sagte ein Easyjet-Sprecher dem
„Tagesspiegel“ (Freitagausgabe). Auch der Berliner Geschäftsflieger
Windrose hat der Zeitung zufolge zusätzliche Anfragen erhalten. Aber
weder die Bahn noch Air Berlin oder Easyjet planten zusätzliche
Verbindungen, um mögliche Ausfälle von Lufthansa-Flügen zu
kompensieren. Regen Zuwachs verzeichnen offenbar auch die
Mitfahrzentralen. „Diese Woche hat sich zur besten Woche seit unserem
Bestehen im Jahr 2001 entwickelt“, sagte ein Sprecher von
Mitfahrgelegenheit.de dem „Tagesspiegel“.

ddp.djn/nas/mwo





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