Start News Fuhrparks: Regeln stehen, Daten fehlen

Fuhrparks: Regeln stehen, Daten fehlen

58

Deutschlands Unternehmensfuhrparks haben ihre Hausaufgaben gemacht – zumindest auf dem Papier. 93 Prozent der 142 vom Bundesverband Betriebliche Mobilität (BBM) für den „Fuhrpark-Benchmark 2026“ befragten Unternehmen verfügen über eine schriftliche Car Policy. Doch wenn es um die tatsächliche Steuerung geht, klaffen noch große Lücken.

Besonders problematisch: Nur 26 Prozent rechnen die vollständigen Fahrzeugkosten nach dem Total-Cost-of-Ownership-Prinzip (TCO). Zwar erfassen 57 Prozent ihre Gesamtkosten, doch lediglich 38 Prozent können ihre Kostenstruktur belastbar beziffern. Für Unternehmen bedeutet das: Entscheidungen über Fahrzeugmodelle, Leasinglaufzeiten, Energieverbrauch oder Investitionen erfolgen teilweise ohne vollständige Datengrundlage.

Auch die Digitalisierung ist noch Stückwerk. Nur 53 Prozent nutzen ein integriertes Fuhrparksystem. Tankkarten, Führerscheinkontrolle und Fuhrparksoftware arbeiten häufig nebeneinander statt miteinander. Daten müssen manuell übertragen und für Reports zusammengeführt werden. Für Fuhrparkverantwortliche wächst damit der Aufwand – während Transparenz und Steuerbarkeit begrenzt bleiben.

Besonders sichtbar wird die Lücke bei der Elektromobilität: 90 Prozent der Car Policies erlauben bereits batterieelektrische Fahrzeuge, im tatsächlichen Bestand liegt deren Anteil aber erst bei einem Median von 20 Prozent. Für Unternehmen wird der Wechsel zur E-Flotte damit zur Managementaufgabe. Ladeinfrastruktur, Kosten, Fahrzeugnutzung und Akzeptanz müssen zusammenpassen.

Der BBM-Benchmark liefert Vergleichswerte zu Kosten, Digitalisierung, Compliance, Personal, Elektrifizierung und CO₂-Steuerung. Für Geschäftsführung und Controlling wird damit eine zentrale Frage beantwortbar: Wo steht der eigene Fuhrpark – und wo besteht konkreter Handlungsbedarf?
Quelle: Bundesverband Betriebliche Mobilität e. V. / Bild: Pixabay

Anzeige: Elektromobile für Reise und Freizeit