
Das Vertrauen in die Geschäftsreisebranche ist auf den höchsten Stand des Jahres 2026 gestiegen. Laut einer aktuellen Umfrage der Global Business Travel Association (GBTA) unter 604 Geschäftsreiseexperten weltweit sind 63 Prozent für die kommenden zwölf Monate optimistisch. Im April waren es lediglich 41 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil der Pessimisten von 24 auf sieben Prozent. Die Erholung zeigt sich bei Travel Managern ebenso wie bei Reiseanbietern und TMCs und in allen wichtigen Regionen.
Besonders deutlich ist die Trendwende in Europa: Im April überwogen mit 38 Prozent noch die pessimistischen Stimmen, während nur 21 Prozent optimistisch waren. Im September rechnen dagegen 55 Prozent mit einer positiven Entwicklung, nur elf Prozent sind pessimistisch. Damit liegt Europa beim Optimismus allerdings weiterhin unter dem weltweiten Durchschnitt.
Die bessere Stimmung schlägt sich auch in den Geschäftserwartungen nieder. 45 Prozent der Travel Manager erwarten, dass die Zahl der Geschäftsreisen in ihren Unternehmen 2026 gegenüber dem Vorjahr steigt. Im April waren es erst 30 Prozent. Gleichzeitig rechnen 56 Prozent mit höheren Reiseausgaben. In Europa liegt dieser Wert sogar bei 65 Prozent. Bei Reiseanbietern und TMCs erwarten 48 Prozent steigende Geschäftsreiseumsätze.
Für Unternehmen bedeutet die Erholung jedoch nicht die Rückkehr zu uneingeschränktem Reiseverhalten. Die Ausgaben wachsen stärker als das Reisevolumen – ein Hinweis auf den anhaltenden Kostendruck. Steigende Reisekosten sind für 69 Prozent der Travel Manager der wichtigste Einflussfaktor auf die Reiseplanung. Es folgen geopolitische Unsicherheiten mit 45 Prozent, interne Genehmigungsprozesse (29 Prozent), die Sicherheit der Reisenden (25 Prozent) sowie Flug- und Bahnstörungen (22 Prozent).
In Europa wiegen geopolitische Risiken besonders schwer: 60 Prozent der Buyer und sogar 69 Prozent der Anbieter und TMCs nennen sie als wesentlichen Faktor. Geschäftsreisen werden damit zunehmend selektiv geplant und stärker an konkreten Geschäftszielen ausgerichtet.
Auch bei den Destinationen zeichnet sich eine stärkere regionale Ausrichtung ab. 47 Prozent der europäischen Travel Manager erwarten mehr Reisen innerhalb Europas, in Nordamerika rechnen 43 Prozent mit einem höheren regionalen Reisevolumen. Für den Nahen Osten fällt der Ausblick deutlich zurückhaltender aus: 34 Prozent erwarten weniger Reisen, nur 14 Prozent mehr.
Für die Branche signalisiert die Umfrage damit eine Erholung – allerdings unter klaren Rahmenbedingungen. Unternehmen planen Geschäftsreisen weiterhin als strategisches Instrument für Wachstum, Kundenkontakte und Zusammenarbeit, prüfen aber genauer deren Kosten, Nutzen und Risiken.
Quelle: Global Business Travel Association / Bild: Pixabay
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