
Virgin Trains hat grünes Licht für den Einstieg in den internationalen Hochgeschwindigkeitsverkehr zwischen Großbritannien und Kontinentaleuropa erhalten. Die britische Regulierungsbehörde Office of Rail & Road (ORR) genehmigte bis zu 20 Hin- und Rückfahrten täglich zwischen London sowie Paris, Brüssel und Amsterdam. Die Zulassung gilt vom 1. Oktober 2030 bis Ende 2040.
Damit gerät das seit 1994 bestehende Eurostar-Monopol zunehmend unter Druck. Bereits 2029 will Trenitalia France Verbindungen durch den Ärmelkanaltunnel aufnehmen. Virgin Trains hatte zudem Ende 2025 die Erlaubnis erhalten, das Eurostar-Wartungsdepot in Temple Mills bei London mitzunutzen. Eurostar hatte daraufhin angekündigt, mögliche Auswirkungen auf künftige Investitionen in Großbritannien zu prüfen.
Vor dem Start muss Virgin allerdings noch weitere Genehmigungen erhalten. Dazu gehören die Zulassung der Züge sowie Sicherheitsfreigaben für die britische Schnellfahrstrecke High Speed 1, den Ärmelkanaltunnel und die europäischen Netze. Für das Projekt wurden bereits zwölf TGV-Züge bei Alstom vorbestellt.
Um zusätzliche Nachfrage zu erschließen, will Virgin die von Eurostar aufgegebenen Stationen Ashford und Ebbsfleet wieder bedienen.
Eurotunnel sieht genügend Kapazität für den zusätzlichen Verkehr: Statt derzeit bis zu 600 Zügen in Spitzenzeiten sollen künftig bis zu 1.000 Züge täglich durch die beiden Tunnel fahren können.
Für Reisende dürfte der zunehmende Wettbewerb Vorteile bringen. Drei Anbieter auf den wichtigsten Strecken könnten für niedrigere Preise und mehr Auswahl sorgen. Besonders Geschäftsreisende, die für Eurostar eine wichtige Kundengruppe sind, dürften von Virgin und Trenitalia mit attraktiven Angeboten umworben werden.
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