
Der Veranstaltungsmarkt in Deutschland zeigt sich 2025 insgesamt stabil und wachstumsorientiert, auch wenn geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten den internationalen Geschäftsreiseverkehr belasten. Laut Meeting- & EventBarometer 2025/26 sowie Daten des IPK World Travel Monitor bleibt Deutschland weltweit führendes Geschäftsreiseziel mit einem Marktanteil von 10 Prozent. Trotz dieser starken Position ging das internationale Geschäftsreisevolumen nach Deutschland um 6 Prozent auf 13,8 Millionen Reisen zurück. Hauptursache ist der deutliche Rückgang traditioneller Geschäftsreisen (minus 16 Prozent), während sogenannte „promotable“ Geschäftsreisen stabil bleiben.
Im europäischen Kontext war jede fünfte Reise nach Deutschland geschäftlich motiviert. Auch aus Übersee bleibt der Anteil hoch: 32 Prozent der Reisen dienen geschäftlichen Zwecken. Insgesamt zeigt sich jedoch ein struktureller Wandel hin zu flexibleren, anlassbezogenen Reiseformen. Ein wachsender Trend ist dabei „Bleisure“: 16 Prozent der internationalen Geschäftsreisenden verlängern ihren Aufenthalt privat, was zusätzliche Wertschöpfung durch im Schnitt 1,6 Verlängerungsnächte generiert.
Deutschland behauptet sich zudem als zentraler Standort für Meetings, Incentives, Kongresse und Events (MICE). Diese machen 64 Prozent der internationalen Geschäftsreisen aus, und neun Prozent aller weltweiten MICE-Reisen führen nach Deutschland. Wichtigste Quellmärkte sind europäische Länder wie Schweiz, Frankreich, Österreich und Großbritannien sowie zunehmend wieder die USA und China. Rund 80 Prozent der internationalen Gäste stammen aus Europa.
Der Gesamtmarkt für Veranstaltungen entwickelte sich positiv: 395,1 Millionen Teilnehmer besuchten 2025 Veranstaltungen vor Ort, ein Plus von 4,6 Prozent. Die Anzahl der Events blieb mit 2,02 Millionen stabil, ebenso die durchschnittliche Dauer von 1,7 Tagen. Auffällig ist ein Trend zu größeren Business-Events, insbesondere bei Veranstaltungen mit über 1.000 Teilnehmern.
Auch die Internationalisierung des Marktes schreitet voran: Der Anteil ausländischer Veranstalter stieg auf 11,7 Prozent. Gleichzeitig dominieren weiterhin deutsche Organisationen (88,3 Prozent), wobei Unternehmen mit 52,5 Prozent die wichtigste Veranstaltergruppe darstellen. Veranstaltungsstätten profitieren von hoher Kundenbindung: 71 Prozent der Kunden sind wiederkehrend oder Stammkunden, was für Qualität und Stabilität des Angebots spricht.
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen – etwa Handelskonflikten und geopolitischen Krisen – bleibt die Branche optimistisch. 87 Prozent der Veranstalter und 61 Prozent der Anbieter bewerten die Geschäftsaussichten als gut oder sehr gut. Insgesamt zeigt sich der deutsche Veranstaltungsmarkt resilient, international wettbewerbsfähig und im strukturellen Wandel hin zu stärker digitalisierten und hybriden Formaten sowie neuen Nachfrageformen wie Bleisure.
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Quelle: EVVC – Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e.V.














