
Das erste von der EU-Kommission geförderte Pilotprojekt für neue grenzüberschreitende Bahnverbindungen ist erfolgreich gestartet: Seit dem 14. Juni 2026 verbinden zwei tägliche Zugpaare sowie eine saisonale Nachtverbindung die Hauptstädte Prag, Berlin und Kopenhagen direkt miteinander. Betreiber ist die Deutsche Bahn in Kooperation mit der Tschechischen Bahn (ČD) und der Dänischen Staatsbahn (DSB).
Die neue Verbindung ist Teil von insgesamt zehn EU-Pilotprojekten zur Stärkung des internationalen Schienenverkehrs. Ziel ist es, bestehende Hindernisse abzubauen, Marktbedingungen zu verbessern und nachhaltige Mobilität attraktiver zu machen. Mit der durchgehenden Verbindung ohne Umstieg werden erstmals drei europäische Hauptstädte direkt auf der Schiene verknüpft.
Im Regelbetrieb verkehren täglich zwei Zugpaare ganzjährig. Die Fahrzeit beträgt rund sieben Stunden zwischen Berlin und Kopenhagen sowie etwa elf Stunden zwischen Prag und Kopenhagen. Die Strecke führt unter anderem über Hamburg, Schleswig, Kolding und Odense in Richtung Dänemark sowie über Dresden und Děčín in Richtung Tschechien. Ergänzend verkehrt bis Ende August eine saisonale Nachtverbindung zwischen Prag und Kopenhagen.
Zum Einsatz kommt der neue ComfortJet der ČD mit bis zu 230 km/h Höchstgeschwindigkeit und 555 Sitzplätzen, darunter 99 in der 1. Klasse. Die Ausstattung umfasst Bordrestaurant, WLAN, mobilfunkdurchlässige Scheiben, verstellbare Sitze, Kinderkino sowie Fahrradstellplätze und barrierefreien Zugang per Hublift.
Die Deutsche Bahn ist insgesamt an drei EU-Pilotprojekten beteiligt. Neben der bereits gestarteten Verbindung Prag – Berlin – Kopenhagen sind dies eine neue Direktverbindung München – Mailand – Rom (geplant für 2027) sowie die Strecke Berlin – Hamburg – Kopenhagen – Oslo, die ab 2028 mit dem ICE L bedient werden soll.
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