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Geschäfte verschieben sich Richtung Mittel- und Osteuropa

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Mittel- und Osteuropa hat sich im ersten Halbjahr 2026 zur Schlüsselregion für den deutschen Export entwickelt: Während die Ausfuhren in die USA und nach China zusammen um rund zehn Milliarden Euro sanken, stiegen die Exporte in die 29 Länder des Ost-Ausschusses um fast elf Milliarden Euro auf 154,4 Milliarden Euro (+7,4 Prozent). Damit kompensiert die Region die Einbußen auf den beiden größten außereuropäischen Märkten mehr als vollständig.

Handelsvolumen und Bedeutung
Der gesamte Warenaustausch Deutschlands mit Mittel- und Osteuropa sowie Zentralasien wuchs um 5,2 Prozent auf 289 Milliarden Euro – dynamischer als der deutsche Außenhandel insgesamt (+4,2 Prozent). Knapp 19 Prozent des gesamten deutschen Außenhandels entfielen im ersten Halbjahr auf die Ost-Ausschuss-Region.

Ost-Ausschuss-Vorsitzende Cathrina Claas Mühlhäuser betont: In Zeiten geopolitischer Unsicherheit, fragiler Lieferketten und wachsenden Protektionismus müsse Deutschland die Wachstumschancen in der Region entschlossener nutzen. Politisch fordert sie eine Stärkung des Binnenmarkts, den Abbau von Handelshemmnissen, den Ausbau der Verkehrs- und Energieinfrastruktur Richtung Osten sowie die konsequente Voranbringung der EU-Erweiterung.

Polen und Tschechien vor China
Besonders stark wuchsen die Exporte nach Polen (+9,2 Prozent auf 53,8 Milliarden Euro) – als viertwichtigster Absatzmarkt liegt Polen damit deutlich vor China (Rang neun, 36,3 Milliarden Euro). Tschechien verzeichnete sogar ein Exportplus von 14 Prozent auf 30,3 Milliarden Euro. Zusammen mit Ungarn, Rumänien und der Slowakei zählen diese fünf Länder zu den 20 wichtigsten Handelspartnern Deutschlands; mit ihnen handelte Deutschland im ersten Halbjahr Waren im Wert von fast 232 Milliarden Euro.

Südkaukasus, Zentralasien und Ukraine
Im Südkaukasus stiegen die Exporte nach Aserbaidschan um 61,7 Prozent, die Importe um 40,8 Prozent; seit Januar 2026 bezieht Deutschland dort auch Erdgas. In Zentralasien gingen die Exporte nach Kasachstan und Usbekistan zurück; der Handel mit Kasachstan wuchs nur durch höhere Importe (Energie, Rohstoffe). Claas Mühlhäuser mahnt schnellere Infrastrukturausbauten entlang des Mittleren Korridors und flexiblere Finanzierungsmöglichkeiten an, um im Wettbewerb mit China, dem Nahen Osten und den USA nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Der Ukraine-Handel stagnierte: Exporte sanken um 1,4 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro, Importe stiegen leicht auf 1,5 Milliarden Euro. Für mehr private Investitionen und Exporte werden unbürokratische Finanzierungslösungen und faire Beteiligungsmöglichkeiten an EU-Wiederaufbauprojekten gefordert.

Russland weiter im Niedergang
Der deutsch-russische Handel fiel weiter: Importe aus Russland brachen um 23,3 Prozent auf gut eine halbe Milliarde Euro ein, Exporte sanken um 2,8 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Russland rangiert nur noch auf Platz 49 der deutschen Handelspartner – 2021 war es noch unter den Top 15.
Die detaillierten Handelszahlen für das 1. Halbjahr 2026 gibt es hier und hier.
Quelle: Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V. / Bild: Pixabay

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