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Dritter Länderrisikoatlas von Allianz Trade erschienen

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Zum dritten Mal veröffentlicht Allianz Trade seinen Länderrisikoatlas, der die wirtschaftlichen Aussichten, Risiken und Chancen in 83 Ländern bewertet, die etwa 94 % des globalen BIP ausmachen. Die Analyse basiert auf einem unternehmenseigenen Risikobewertungsmodell, das vierteljährlich mit den neuesten wirtschaftlichen Entwicklungen und den Unternehmensdaten von Allianz Trade aktualisiert wird.

Die Experten haben 36 Länder aufgrund von sinkenden Risiken „heraufgestuft“ und lediglich 14 aufgrund steigender Risiken „herabgestuft“. Insgesamt sinken also globale Länderrisiken trotz intensiver Handelsspannungen und vielfältigen Risiken (politischer, geopolitischer und fiskalischer Art) deutlich – entgegen der Erwartungen. Allerdings sind unter den Ländern mit höheren Risiken keine Unbekannten.

„Sinkende globale Länderrisiken sind zunächst eine sehr gute Nachricht für die exportorientierte deutsche Wirtschaft“, sagt Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Allerdings sind unter den 14 Ländern mit steigenden Risiken keine ‚kleinen Fische‘: Insbesondere Frankreich, Belgien und die USA gehören zu den wichtigsten Handelspartnern der Deutschen. Sie machen zusammen rund ein Fünftel der deutschen Exporte aus. Es bleibt also komplex. Die Herabstufung dieser Länder von jeweils AA1 auf A1 bedeutet zwar weiterhin ein insgesamt niedriges Länderrisiko, es deutet aber auf anhaltende und erhebliche mittelfristige Risiken für Unternehmen hin.“

Kompass für Unternehmen für kurz- und mittelfristige Länderrisiken
Die Allianz Trade Analyse berücksichtigt dabei eine Vielzahl an kurz- und mittelfristigen Risiken, die entsprechend gewichtet werden.

„Unsere Ratings beinhalten Analysen und Einblicke in das wirtschaftliche, politische und geschäftliche Umfeld sowie in Nachhaltigkeitsfaktoren, die die Trends beim Zahlungsausfallrisiko für Unternehmen auf makroökonomischer Ebene beeinflussen“, sagt Luca Moneta, Senior Volkswirt für Emerging Markets bei Allianz Trade. „Jedes Rating kombiniert 17 kurzfristige und 18 mittelfristige Indikatoren und dient Entscheidungsträgern als pragmatischer Kompass in einer Welt voller Krisen. Es hilft ihnen, Volatilität zu bewältigen, Cashflows zu schützen und Risikobewusstsein in einen Wettbewerbsvorteil zu verwandeln.“

Entgegen den Erwartungen hat sich das globale Länderrisiko im Jahr 2025 verbessert
Der Trend, dass insgesamt globale Länderrisiken sinken, unterstreicht die fiskalischen, monetären und handelsbezogenen Bewältigungsmechanismen, die in Zeiten hoher Unsicherheit tendenziell zum Tragen kommen. Zu den 36 Volkswirtschaften mit verbesserten Ratings gehören Argentinien, Ecuador, Ungarn, Italien, Spanien, die Türkei und Vietnam.

„Im Jahr 2025 waren die Heraufstufungen in erster Linie auf stärkere makroökonomische Fundamentaldaten zurückzuführen, die durch die Fiskal- und Geldpolitik unterstützt wurden“, sagt Ana Boata, Head of Macroeconomic Research bei Allianz Trade. „In mehreren Schwellenländern ermöglichten bessere Finanzierungsbedingungen, eine Aufwertung der lokalen Währungen und höhere Rohstoffpreise eine Rücknahme der Transfer- und Konvertibilitätsbeschränkungen, einem wichtigen Aspekt des politischen Risikos. Unter den Volkswirtschaften mit hohem Einkommen stärkten eine verbesserte politische Stabilität, eine rückläufige Inflation und eine bessere Handelsbilanz die Widerstandsfähigkeit in ganz Europa (insbesondere in Deutschland, Griechenland, Italien und Spanien) und im asiatisch-pazifischen Raum (einschließlich Südkorea und Vietnam).“

Breite Verbesserungen verdecken anhaltende mittelfristige Risiken für Unternehmen
Die Zahl der Herabstufungen erscheint mit 14 zwar relativ gering, im Vergleich zu 2024 hat sich diese allerdings von auf 14 fast verdreifacht. Darüber hinaus sind einige wichtige Volkswirtschaften wie Frankreich, Belgien und die USA auf der Liste vertreten, was die anhaltenden mittelfristigen Herausforderungen für Unternehmen unterstreicht.

„Die Widerstandsfähigkeit nimmt zu, aber in wichtigen Volkswirtschaften bestehen weiterhin Risikokonzentrationen“, sagt Aylin Somersan Coqui, CEO von Allianz Trade. „So haben wir im vergangenen Jahr in sieben Märkten eine Verschlechterung des mittelfristigen makroökonomischen Umfelds beobachtet, in 18 Märkten zeichnete sich eine Verbesserung ab. Zu diesen Verschlechterungen zählen jedoch Belgien, Brasilien, Frankreich und die USA, die zusammen etwa ein Drittel des globalen BIP ausmachen, also zehnmal so viel wie die Volkswirtschaften, in denen eine Verbesserung zu verzeichnen war. Die Weltwirtschaft durchläuft eine der turbulentesten Phasen seit Jahrzehnten, in der sich Schocks und strukturelle Veränderungen wie KI, Demografie, Klimawandel, Handel und Regulierung überschneiden. Die Unsicherheit bleibt hoch, und Unternehmen müssen einen selektiven, länderspezifischen Ansatz verfolgen, damit sie ihr Geschäft ausbauen und gleichzeitig ihre Vermögenswerte schützen können. Dies unterstreicht die Notwendigkeit eines detaillierten, vorausschauenden Risikomanagements, das über die Schlagzeilen-Ratings hinausgeht. Die kontinuierliche Überwachung der Transfer- und Konvertibilitätsbedingungen, der fiskalischen Entwicklung und der Handelsrisiken wird entscheidend sein, um Wendepunkte zu antizipieren.“

Die vollständige Studie (ENG, pdf) gibt es hier.
Quelle: Allianz Trade / Bild: Pixabay

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