Die Fluggesellschaft Air Berlin hat
angesichts der Bewertung ihrer Aktie durch die Dresdner Bank die
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) um eine
Untersuchung gebeten. Das Verhalten der Dresdner Bank sei in
mehrfacher Hinsicht „aufsichtsrechtlich“ und möglicherweise auch
„strafrechtlich“ relevant, schrieb der Vorstandsvorsitzende von Air
Berlin, Joachim Hunold, in einem am Freitag an die Behörde versandten
Brief.
Air Berlin bittet demnach die Behörde um eine Untersuchung auf
mögliche Marktmanipulation und verbotene Insidergeschäfte und
verweist darauf, dass die Bank «unmittelbar vor als auch nach» der
Veröffentlichung des Berichts umfangreiche Transaktionen mit
Air-Berlin-Aktien getätigt hat. Außerdem bittet Hunold die BaFin um
eine Untersuchung, ob die Bank gegen ihre Sorgfaltspflicht bei der
Erstellung des Berichtes verstoßen habe.
Die Investmentbankabteilung der Dresdner Bank hat nach Angaben der
zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft den Kurs der Air Berlin-Aktie
am 17. Juli auf Null heruntergestuft und eine Verkaufsempfehlung
erteilt. Die Analyse habe den „unzutreffenden Eindruck“ erweckt, dass
die Airline kurz vor der Insolvenz stehe, kritisierte Air Berlin.
Dieser Bericht habe sich „erheblich negativ“ auf den Aktienkurs
ausgewirkt.
ddp/nas/mbr