
Lange Wartezeiten an den Außengrenzen im Zuge der Einführung des Entry/Exit-Systems (EES) könnten laut einer Studie des World Travel & Tourism Council (WTTC) erhebliche Folgen für den internationalen Reiseverkehr haben. Bis zu 41 Millionen Besucherankünfte und Tourismuseinnahmen von rund 45,4 Milliarden US-Dollar im Schengen-Raum könnten betroffen sein, wenn sich Einreiseverzögerungen von drei bis vier Stunden verfestigen.
Die Untersuchung basiert auf einer Befragung von mehr als 2.500 Reisenden aus dem Vereinigten Königreich, den USA, Kanada und Australien. Etwa ein Drittel der Befragten gab an, bei regelmäßig langen Wartezeiten weniger wahrscheinlich in den Schengen-Raum zu reisen oder ganz darauf zu verzichten. Besonders hoch ist die Zurückhaltung im Vereinigten Königreich (39%), gefolgt von den USA und Kanada (je 33%) sowie Australien (27%).
Grundsätzlich trifft das EES auf Zustimmung: 65% der Befragten unterstützen das System nach entsprechender Information, während nur 6% biometrische Grenzkontrollen klar ablehnen. Als Vorteile nennen Reisende vor allem mehr Sicherheit, schnellere Abfertigung bei künftigen Reisen und größeres Vertrauen in Grenzprozesse.
Gleichzeitig zeigt die Studie deutliche Informationsdefizite. 55% der Befragten haben bislang wenig oder nichts über das EES gehört, und 49% wissen nicht, welche Anforderungen bei der Ein- und Ausreise gelten werden.
Der WTTC sieht die Einführung dennoch als wichtigen Modernisierungsschritt und fordert eine möglichst reibungslose Umsetzung. Dazu zählen insbesondere digitale Vorregistrierung, bessere Kommunikation in wichtigen Herkunftsmärkten sowie ausreichend Personal und funktionierende Technik an den Grenzen.
Zwar wären 87% der Reisenden bereit, vorübergehende Einschränkungen zu akzeptieren, doch entscheidend bleibt, dass lange und unvorhersehbare Wartezeiten nicht zum Dauerzustand werden.
Grafik: Pixabay
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