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EU und Indien unterzeichnen Handelsabkommen

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Das am 27. Januar 2026 unterzeichnete Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien ist ein wichtiges Signal, um die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Indien zu vertiefen. Deutschland ist bereits jetzt der wichtigste Handelspartner Indiens innerhalb der Europäischen Union (EU).

„Als größte Volkswirtschaft der EU wird Deutschland stark von einem Freihandelsabkommen mit Indien profitieren, und das sind gute Nachrichten. Doch es geht um weit mehr. Dieses Abkommen beweist die Handlungsfähigkeit und den Willen der EU, Verhandlungen mit wichtigen Partnern im internationalen Handel erfolgreich zum Abschluss zu bringen und Handelsbarrieren abzubauen. Wichtig ist jetzt, dass diese zukunftsweisenden Freihandelsabkommen, sowohl mit Indien als auch mit den Mercosur-Staaten, Realität werden“, erklärt Julia Braune, Erste Geschäftsführerin von Germany Trade & Invest (GTAI).

„Die wachsende Bedeutung Indiens für die deutsche Wirtschaft spiegelt sich im Warenhandel wider. Für 2025 gehen wir von einem Wachstum von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf rund 31,3 Milliarden Euro aus – ein neuer Rekord. Die Exporte werden voraussichtlich bei 16,2 Milliarden Euro und die Importe bei 15,1 Milliarden Euro liegen“, erklärt Florian Wenke von Indien-Experte von der GTAI in Mumbai.

Die indische Wirtschaft ist derzeit die am schnellsten wachsende große Volkswirtschaft der Erde. Im Januar 2026 erhöhte die Weltbank ihre Prognose für die Zunahme des indischen Bruttoinlandsprodukts im laufenden Finanzjahr 2025/2026 (1. April bis 31. März) von 6,3 auf 7,2 Prozent. Das hohe Wachstum verbunden mit einem großen Binnenmarkt macht Indien auch für deutsche Unternehmen attraktiv.

Zudem zeigt Indien seit einigen Jahren stärkeres Interesse an einer Einbindung in internationale Wertschöpfungsketten. Handelsabkommen sind dafür unerlässlich. Bereits 2025 trat ein solches Abkommen zwischen Indien und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA), zu der unter anderem die Schweiz gehört, in Kraft. Indien schloss im vergangenen Jahr ein Freihandelsabkommen mit dem Vereinigten Königreich ab.

Der Warenhandel zwischen der EU und Indien betrug 2024 rund 120 Milliarden Euro (EU-Exporte nach Indien: 48,8 Milliarden Euro; EU-Importe aus Indien: 71,4 Milliarden Euro). Auf Deutschland allein entfiel dabei mit einem Gesamthandel von 30,8 Milliarden Euro ein Viertel.

Laut WTO liegt der durchschnittliche Zollsatz in Indien Anfang 2025 bei 15,8 Prozent. „Zölle und vor allem nicht-tarifäre Handelshemmnisse wie Normen stellen große Herausforderungen für deutsche Firmen in Indien dar. Jegliche Erleichterung auf diesem Gebiet ist willkommen, denn sie verbessert die Wettbewerbsposition deutscher Unternehmen in Indien. Branchen, die von erleichtertem Handel im Zuge des Freihandelsabkommens profitieren werden, sind unter anderem der Maschinen- und Anlagenbau, die Kfz-Industrie, aber auch die chemische Industrie“, erklärt Wenke weiter.

Das Freihandelsabkommen könnte weitere Impulse liefern. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2016 kommt zu dem Ergebnis, dass ein Freihandelsabkommen für die EU das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Staatengemeinschaft jährlich um 0,14 Prozent und nur für Deutschland sogar um 0,15 Prozent jährlich steigern könnte. Für Deutschland würde das einen Zuwachs von 4,6 Milliarden Euro jährlich bedeuten. Die Studie bezieht sich auf Werte aus 2015. Legt man das deutsche BIP von 2025 zugrunde, dann liegt der jährliche Zuwachs bei 6,7 Milliarden Euro. Die EU untersuchte mögliche Folgen eines Freihandelsabkommens 2020 in einer Studie. Sie kam damals zu dem Schluss, dass Deutschland mit Wohlfahrtsgewinne in Höhe von rund 2,2 Milliarden Euro rechnen kann.

Weitere Informationen und Wirtschaftsberichte gibt es auf der Länderseite zu Indien.
Quelle: Germany Trade & Invest

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