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Wie Zuzahlungen zu einem auch privat genutzten Dienstwagen zu behandeln sind

In der Praxis taucht häufig die Frage auf, wie Zuzahlungen des Arbeitnehmers, zu einem von ihm auch privat genutzten Dienstwagen, steuerlich zu behandeln sind. Hierbei ist zunächst wichtig, dass genau unterschieden wird, ob es sich um eine echte Zuzahlung des Arbeitnehmers zu den laufenden Kosten für das Fahrzeug handelt oder ob vielmehr eine Kostenübernahme des Arbeitnehmers vorliegt. Eine echte Zuzahlung kann sowohl in Form einer Einmalzahlung auf die Anschaffung des Fahrzeugs, z. B. für eine höherwertige Ausstattung erfolgen, es können aber auch laufende Zuzahlungen, entweder pauschal oder als Kilometerpauschale erfolgen. Diese Formen der Zuzahlungen zu den laufenden monatlichen Kosten oder zu der Anschaffung des Fahrzeugs sind stets von dem für den Arbeitnehmer zu versteuernden geldwerten Vorteil abzuziehen und mindern diesen damit. Sofern eine größere Einmalzahlung als Zuzahlung erfolgt ist, kann diese auch in den Folgejahren von den monatlichen zu versteuernden Nutzungsbeträge abgezogen werden, bis der geleistete Betrag verbraucht ist. Laufende monatliche Zuzahlungen mindern dagegen monatlich den zu versteuernden Vorteil für die Nutzung. Ebenso verhält es sich mit der Übernahme einer bestimmten Kilometerpauschale, z. B. einer laufenden Kostenbeteiligung in Höhe von 0,10 Euro je privatgefahrenem Kilometer.
Hingegen ist Vorsicht geboten, wenn die Übernahme von bestimmten Kostenanteilen durch den Arbeitnehmer vereinbart wird, also dieser z. B. monatlich die Hälfte der Benzinkosten übernimmt oder sich anteilig an Reparaturkosten beteiligt. Hierbei handelt es sich dann stets um Kostenübernahmen durch den Arbeitnehmer, die nicht den geldwerten Vorteil für die Dienstwagennutzung mindern. Es sollte also dringend darauf geachtet werden, dass in der Praxis entweder

– die Übernahme eines bestimmten Einmalbetrages auf die Anschaffung,

– die Übernahme eines pauschalen monatlichen Betrages zu den laufenden Kosten oder

– die Übernahme einer bestimmten Kilometerpauschale
vereinbart wird.

Praxisbeispiel 1:



Der Arbeitnehmer B erhält einen Firmenwagen auch zur privaten Nutzung. Der jährliche geldwerte Vorteil für die Privatnutzung beträgt insgesamt 4.000,00 Euro. Zu der Anschaffung des Fahrzeugs hat der B. eine Einmalzahlung in Höhe von 6.000,00 Euro geleistet.

Lösung:

Die Zuzahlung des B kann in dem ersten Jahr voll von dem zu versteuernden geldwerten Vorteil abgezogen werden. Der danach verbleibende Betrag in Höhe von 2.000,00 Euro kann dann im Folgejahr noch gekürzt werden.

Praxisbeispiel 2:

Der Arbeitnehmer B leistet eine monatliche Nutzungspauschale in Höhe von 100,00 Euro für die private Dienstwagennutzung an seinen Arbeitgeber. Der geldwerte Vorteil liegt bei monatlich 450,00 Euro.

Lösung:

Die monatliche Zuzahlung in Höhe von 100,00 Euro kann von dem geldwerten Vorteil vollständig abgezogen werden und mindert diesen damit auf monatlich 350,00 Euro.

Praxisbeispiel 3:

Arbeitnehmer B übernimmt monatlich 50% der Benzinkosten für den Dienstwagen, der ihm auch zur privaten Nutzung zur Verfügung steht, direkt.

Lösung:

Da es sich in diesem Fall um eine direkte Kostenbeteiligung des B handelt, werden die von ihm übernommenen Beträge nicht von dem geldwerten Vorteil, der monatlich zu versteuern ist, gekürzt.

Quelle: www.reisekosten-blog.de – Der Expertenblog zum Reisekosten- und Bewirtungsrecht





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