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VDR-Unternehmen beklagen hohe Mehrkosten und Geschäftsausfälle durch Pilotenstreik

Eine aktuelle Mitgliederumfrage des Verbands Deutsches Reisemanagement e. V. (VDR) zum Tarifkonflikt zwischen der Pilotenvereinigung Cockpit (VC) und der Lufthansa verdeutlicht einmal mehr die immense Verantwortung, die beide Streikparteien für die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft tragen.

„Die Ergebnisse unserer Mitgliederbefragung zeigen deutlich, dass Pilotenvereinigung Cockpit und Lufthansa die Streikpause nutzen sollten, um sich ihrer großen Verantwortung für die deutsche Wirtschaft endlich bewusst zu werden. Mit jedem weiteren Streiktag schaden die Piloten nicht nur massiv ihrem eigenen Ansehen, sondern sägen auch an dem Ast, auf dem sie sitzen“, sagte VDR-Präsident Dirk Gerdom in Frankfurt. Die deutschen Unternehmen bräuchten Verlässlichkeit bei der Planung ihrer nationalen und internationalen Reisetätigkeiten. „Wenn dies künftig aufgrund regelmäßig zu erwartender streikbedingter Ausfälle nicht mehr gewährleistet ist, müssen sich Unternehmen nach Alternativen umsehen, was auch bereits geschieht“, erklärte Gerdom mit Blick auf die Ergebnisse der Blitzumfrage.

Für knapp die Hälfte der befragten Unternehmen ist Lufthansa der mit Abstand wichtigste Flugcarrier ihrer Geschäftsreisenden. Bei den betreffenden Unternehmen entfallen mehr als 50 Prozent des gesamten Flugbuchungsvolumens auf die größte deutsche Airline. Zwei Drittel der Befragten gaben an, dass aufgrund des Streiks Geschäftstermine abgesagt werden mussten, weil Mitarbeiter nicht an ihr Ziel gebracht werden konnten. Schwierigkeiten bekommen Unternehmen und ihre Geschäftsreisenden insbesondere auf den Flugstrecken, wo Lufthansa einziger Anbieter von Direktverbindungen ist, etwa innereuropäisch Frankfurt–Genf und Frankfurt–Kopenhagen sowie auf zahlreichen interkontinentalen Relationen.

„Es ist davon auszugehen, dass sich dieses Problem angesichts der angekündigten Konsolidierungen auf dem deutschen Airline-Markt zukünftig weiter verschärfen wird. Zudem schlagen andere Airlines aus dem Arbeitskampf Kapital, indem sie an Lufthansa-Streiktagen ihre Tickets zu deutlich überhöhten Preisen veräußern – zum weiteren Nachteil der Geschäftsreisenden“, ergänzte Gerdom.

Zwar sei es knapp 80 Prozent der befragten Unternehmen gelungen, ihre Reisenden auf andere Verkehrsmittel umzubuchen, allerdings mit zum Teil erheblichen Mehrkosten. Dabei rissen nicht nur Umbuchungs- und Stornierungskosten sowie erneute Transaktionsentgelte ein Loch in die Reisebudgets der Unternehmen, sondern auch Produktivitätseinbußen. So erklärten knapp 40 Prozent der Befragten, dass ihrem Unternehmen durch den Ausfall von Geschäftsabschlüssen weiterer finanzieller Schaden entstanden sei, nur rund elf Prozent verneinten dies.

„Neben dem finanziellen Aspekt rechnen wir zudem mit einem erheblichen Imageschaden für weitere Prozessbeteiligte. Gerade die beiden größten deutschen Flughäfen Frankfurt und München mit ihrer immensen Bedeutung für Geschäftsreisende erleiden als Drehkreuze einen noch nicht zu beziffernden Reputationsverlust – mit negativen Folgen für die gesamte deutsche Wirtschaft“, so Gerdom weiter.
Quelle: Verband Deutsches Reisemanagement e. V.





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