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Unwissenheit und direkte Sprache oft schlimmer als kleine Benimmverstöße

Viele Geschäftsreisende gefährden ihren Erfolg im Ausland, weil sie das Thema Knigge ausschließlich auf Benimmregeln wie Tür aufhalten oder Tischmanieren reduzieren. „Denn die meisten Sympathiepunkte verschenken Auslandsreisende, weil es ihnen an Grundkenntnissen über das Land mangelt. Oder weil sie mit der in Deutschland geschätzten Direktheit Geschäftspartner verletzen“, sagt Kai Oppel, Autor des Buches „Business Knigge international“ aus dem Rudolf Haufe Verlag. In seinem Ratgeber geht Oppel auf typische Missverständnisse und Kniggefallen bei Deutschlands wichtigsten Handelspartnern ein. Erstmals werden in der zweiten Auflage auch die Benelux-Staaten sowie Argentinien und Brasilien beleuchtet. Ebenso neu ist ein großer Kniggetest zu Beginn des Buches, der dabei hilft, das eigene Kniggewissen einzuschätzen und Lücken gezielt zu schließen.

„Während sich Geschäftsreisende auf Aufenthalte in Asien meist intensiv vorbereiten, unterschätzen sie die Unterschiede im benachbarten Ausland“, sagt Oppel nach Gesprächen mit mehr als 40 Kniggeexperten und internationalen Managern. So setzen Geschäftsleute beispielsweise Niederlande und Holland gleich. Andere wissen nicht, dass sie ein Gespräch im belgischen Flandern besser niederländisch und im belgischen Wallonien besser französisch eröffnen sollten. „Wer nicht weiß, wie die Hauptstadt heißt oder wer nur typische Klischees kennt, kann seine Achtung nicht mit typischen Kniggegesten wiederherstellen.“

Weitere Kniggefallen sind laut Oppel Direktheit sowie ein extrem abschlussorientiertes Vorgehen. Dieses führt dazu, dass Deutsche zu schnell zum Geschäftlichen kommen, anstatt ihr Gegenüber kennen zu lernen. Gerade beziehungsorientierte Menschen wie Inder oder Araber empfinden dies als unhöflich. „Besonders Geschäftspartner in Asien, den USA oder in Indien sind zudem schockiert, wenn Manager aus dem deutschen Sprachraum ihre Meinung sagen – anstatt diese wie andernorts üblich in schönen Worten zu verpacken.“ Der Kniggeexperte Oppel rät, Kritik in diesen Ländern grundsätzlich abzuschwächen und bei Problemen stets auch positive Aspekte zu betonen.

Neben kulturellen Gepflogenheiten und Länderinformationen erfahren die Leser alles rund um den sicheren Auftritt auf internationalem Parkett. Ob Geschäftsanbahnung, Beziehungspflege, Tischgewohnheiten, Dresscodes oder Verhandlungsbesonderheiten: In 16 Länderkapiteln geht Oppel ausführlich auf die Merkmale im jeweiligen Land ein. Der große Kniggetest am Anfang des Buches und verschiedene landesspezifische Tests helfen dabei, sich optimal auf den Auslandsaufenthalt vorzubereiten.

„Business Knigge International“
Kai Oppel
2. Auflage 2008, Buch, 240 Seiten, Broschur, 19,80 Euro
Rudolf Haufe Verlag, Niederlassung Planegg bei München
ISBN 978-3-448-08747-5
Bestell-Nr. 00076-0002





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