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Smartphone-Nutzung im Ausland scheitert an hohen Kosten

Hohe Roaming-Kosten, Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes oder einfach kein geeignetes Gerät zum Internet-Surfen: Diese Gründe sprechen laut einer aktuellen Studie für viele Reisende gegen die Nutzung von Smartphones im Ausland. In Kooperation mit der ITB Berlin hat die Hochschule Heilbronn insgesamt 4.000 Menschen aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden nach ihrer Bereitschaft, auf Reisen standortbezogene Dienstleistungen über ihr Smartphone zu nutzen, befragt. Standortbezogene Dienstleistungen basieren auf der geografischen Position des Nutzers und ermöglichen beispielsweise den Einsatz von Navigationssystemen, Kartenmaterial oder speziellen Informations- und Buchungsangeboten in der Umgebung des Reisenden. Die repräsentative Umfrage wurde vom internationalen Meinungsforschungsinstitut IPSOS durchgeführt.

Das Ergebnis: Vor allem unkalkulierbare Roaming-Kosten halten Reisende von der Nutzung der Dienste ab. Insgesamt 66 Prozent der Befragten (alle Länder kumuliert) gaben an, dass diese Nutzungskosten im Ausland den Ausschlag geben, standortbezogene Dienstleistungen auf Reisen nicht zu nutzen. Bei 55 Prozent der Befragten mangelte es am geeigneten Gerät, um diese Angebote überhaupt in Anspruch nehmen zu können. Dieses sei in der Anschaffung zu teuer, so dass sie bislang keines besäßen. 41 Prozent äußerten Datenschutz-Bedenken und wollten deshalb auf standortbezogene Dienste im Ausland verzichten.

Dr. Manfred Lieb, Studiendekan der Fakultät Wirtschaft 2 und Leiter der Untersuchung: „Interessant ist, dass die Einstellung zur Nutzung moderner Technik, des Internets und mobiler Endgeräte in allen Ländern sehr positiv ist und die Nutzungsmöglichkeiten vom Desktop auf das Mobilgerät übertragen werden und somit gelernt sind.“

David Ruetz, Head of ITB Berlin, kommentiert: „Die Studie zeigt allerdings, dass die Nutzung von Smartphones auf Reisen stark kostenabhängig ist und nicht am fehlenden Angebot von Reise- Applikationen scheitert. Um den Einsatz von Smartphones in der Breite voranzutreiben, müssen die Kosten transparent dargestellt werden. Gleichzeitig gilt es, Sicherheitsbedenken der Nutzer ernst zu nehmen und die Online-Angebote so sicher wie möglich zu gestalten. Diese und andere Themen werden wir in der erweiterten eTravel World auf der ITB Berlin 2012 beleuchten.“

Der Blick auf einige europäische Länder offenbart nationale Unterschiede: Für die Mehrzahl der deutschen Befragten (68 Prozent) waren die Roaming-Kosten der wichtigste Grund, standortbezogene Dienstleistungen im Ausland nicht zu nutzen. Rund 70 Prozent der befragten Männer und 67 Prozent der befragten Frauen verzichteten aufgrund der Kosten auf den Smartphone-Einsatz. Bei beiden Geschlechtern folgten auf dem zweiten Platz mit 50 Prozent Sorgen über die Datensicherheit, danach die teuren Anschaffungskosten für ein geeignetes Gerät.

In den Niederlanden sprechen hauptsächlich die hohen Anschaffungskosten gegen die Nutzung eines Smartphones im Ausland. Sowohl Männer und Frauen als auch insbesondere ältere Befragte gaben dies als Grund an. Mit Blick auf die jüngeren Studienteilnehmer bis 29 Jahren wurden mehrheitlich hohe Roaming-Kosten genannt. Auf den zweiten und dritten Plätzen folgten in den Niederlanden hohe Roaming-Kosten und Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes. Auch Teilnehmer aus Großbritannien und Frankreich entscheiden sich laut der Studie aufgrund hoher Roaming-Kosten gegen eine Nutzung von Smartphones im Ausland. Des Weiteren wurden der Mangel eines geeigneten Geräts aus Kostengründen sowie Datenschutz-Bedenken gegen das Surfen auf Reisen genannt.

Die komplette Studie steht unter www.itb-berlin.de/library zum Download bereit.





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