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Reisen nach der Krise

Das Jahr 2009 hat vieles durcheinander gebracht. Nach teilweise panikartigen Reisestopps beginnen Firmen nun, ihr Verhalten auch nachhaltig zu ändern. Um dieses Thema drehen sich die diesjährigen ITB Business Travel Days. Son beginnt die Titelgeschichte der jüngsten Ausgabe von DMM Der Mobilitätsmanager, die zur ITB erscheint.



„Strategien für die Zeit nach der Krise“ lautet der Titel des Keynote-Vortrags von Stefan Vorndran auf den Business Travel Days der diesjährigen ITB. Denn um Strategien und ums Sparen dreht sich die Fachveranstaltung in Berlin dieses Jahr. Einen kurzen Einblick dazu gibt Vorndran, Deutschland-Chef des Geschäftsreiseanbieters BCD Travel, exklusiv für DMM.



Doch zunächst einmal ist der Reisemanager „ein wenig genervt“, wie er zugibt. Denn es ist der 22. Februar 2010, die Lufthansa-Piloten streiken, und Vorndran wie auch seine Mitarbeiter haben jede Menge Stress. Tausende von Kunden möchten wissen, was mit ihrem Flug ist, brauchen neue Reiseroutings, Bahntickets oder einfach nur Informationen. Vorndran hatte zwar gleich nach der Streikankündigung alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurückgeholt und Urlaube gestrichen. Doch das reichte nicht, denn das Anrufvolumen in diesen Februar-Tagen liegt „weit über dem Doppelten des Normalzustandes“. Dass dann noch am Abend des ersten Tages der größte Streik in der Geschichte der Lufthansa vor dem Arbeitsgericht Frankfurt vorerst beendet wurde, muss für alle Betroffenen wie eine Erlösung gewesen sein.



Solche Unwägbarkeiten sind aber nicht die einzigen Dinge, die den Geschäftsreiseanbietern derzeit mächtig Aufwand verursachen – ohne auf der anderen Seite einen Ertrag zu bringen. Denn alle großen Anbieter waren in den vergangenen Monaten auch verstärkt mit Ausschreibungen beschäftigt. Das freut natürlich denjenigen, der den Reiseetat letztlich bekommt, führt aber insgesamt zu mehr Aufwand auf allen Seiten. Und einer Preisspirale nach unten, wie die Geschäftsreiseanbieter warnen.

In den vergangenen 15 Monaten ist in den Travelmanagement-Abteilungen der Unternehmen viel passiert. Eine „nahe liegende und clevere Maßnahme“ war dabei sicher der Rückgriff auf die Meilenguthaben, den viele Firmen praktiziert haben. Das habe zumindest in den ersten Monaten auch ziemlich gut funktioniert, weiß Vorndran. Denn „die Flieger waren ja leer, da waren Prämienflüge ohne große Probleme zu bekommen“. Vorndran kennt Kunden, die „über Wochen ausschließlich ihre Meilen abgeflogen haben“. Das brachte den Unternehmen spürbare Entlastung, den Reisedienstleistern aber wieder einmal Zusatzarbeit.



Weniger nachvollziehen kann Vorndran indes eine „Doktrin“, die sich seiner Meinung nach mittlerweile quer durch alle Unternehmen gezogen hat. Und die lautet: „Keine Reisen zu internen Meetings“. Wie lange Firmen dies stringent durchhalten können, fragt sich nicht nur der BCD-Travel-Chef. Mehr und viele weitere spannende Themen in der Print-Ausgabe von DMM März 2010, diesmal auch mit Themen rund um die Business Aviation.

Quelle: dmm.travel





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