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Nachlassende Konjunktur schickt Flugpreise und Hotelkosten auf Talfahrt

Ölpreise auf Rekordniveau trieben die Kosten für Langstreckenflüge in der Economy-Klasse im ersten Quartal 2008 noch in die Höhe. Aufgrund des nachlassenden Wirtschaftswachstums sank jedoch im zweiten Quartal die Nachfrage – und mit ihr fielen auch die Flugpreise. Auch im Hotelgewerbe sind die Zeiten starker Preiserhöhungen vorerst vorbei: Wegen des schwachen US-Dollar und der Finanzkrise geben die Übernachtungspreise in Städten wie London, Paris oder Rom bereits deutlich nach. Dies geht aus dem „American Express Business Travel Monitor“ hervor. Die Analyse von Flug- und Hotelpreisen zeigt Trends und Entwicklungen auf den Geschäftsreisemärkten in Europa, dem Nahen Osten sowie Afrika.

Die wirtschaftliche Entwicklung im ersten Halbjahr 2008 sorgte im unteren Preissegment des europäischen Flugmarktes für starke Ausschläge. Die Ticketpreise in der Economy-Klasse zogen im ersten Quartal 2008 aufgrund des teuren Kerosins um 7,1 Prozent an. Treibstoffintensive Flüge nach Südamerika und in die Karibik verteuerten sich sogar um 29,2 Prozent, Reisen nach Nordamerika um 15,5 Prozent. Dagegen blieben die Preise für Flüge innerhalb Europas sowie Inlandsflüge weitgehend stabil. Ausgelöst durch eine niedrigere Nachfrage nach Flugtickets in der Economy-Klasse gab es im zweiten Quartal eine Trendwende: Gegenüber dem vorhergehenden Vierteljahr ermäßigten sich die Preise um 12,5 Prozent; betroffen waren Inlandsflüge mit Abschlägen von 11,5 Prozent, Kurzstrecken (-11,7 Prozent) und Langstrecken nach Südamerika und in die Karibik (-26,6 Prozent). In den Segmenten oberhalb der Economy-Klasse waren die Preisveränderungen weitaus geringer.

Die Lage auf dem Flugmarkt ist angespannt
„Die schwächere Konjunktur zieht die Fluggesellschaften in Mitleidenschaft, da die Nachfrage in vielen Segmenten des Flugreisemarktes bröckelt. Auch das Open-Skies-Abkommen, das den Flugverkehr zwischen den USA und Europa liberalisiert, erhöht den Wettbewerbsdruck und verschärft die Probleme verschiedener Anbieter. Die Rettungsaktion für die staatliche italienische Gesellschaft Alitalia oder das Bekanntwerden von Fusionen und Übernahmen sind Zeichen der angespannten Lage“, sagt Alexander Sieverts, Vice President Commercial Card für das Großkundengeschäft. Im ersten Halbjahr 2008 meldeten weltweit 24 Fluggesellschaften Konkurs an – knapp die Hälfte davon stammte aus Europa.

Deutscher Flugmarkt: Preiseinbruch bei Economy-Tickets

Für den deutschen Flugmarkt bestätigt der „American Express Business Travel Monitor“ die europäischen Ergebnisse weitgehend. Während es in den höheren Buchungsklassen wie der Business-Klasse im ersten Quartal 2008 nur geringe Preisschwankungen gab, verteuerten sich die Tickets in der Economy-Klasse um 11,9 Prozent. Verantwortlich hierfür waren deutliche Aufschläge bei Inlandsflügen (+19,2 Prozent) sowie zweistellige Teuerungsraten bei einigen Langstreckenzielen. Im Economy-Segment brachen die Preise im zweiten Quartal 2008 um 23,6 Prozent ein – deutlich stärker als im europäischen Durchschnitt (-12,5 Prozent). Die Preise in der Economy-Klasse halbierten sich bei Inlandsflügen (-49,1 Prozent) und reduzierten sich auch auf Kurzstrecken (-20,5 Prozent), Langstrecken nach Japan, die asiatisch-pazifische Region, Australien (-23,6 Prozent) sowie nach Südamerika und die Karibik (-20,3 Prozent).

Seit dem zweiten Quartal beeinträchtigt das sich eintrübende Wirtschaftsklima deutsche Fluggesellschaften spürbar. Air Berlin kündigte an, unprofitable Stecken aus dem Angebot zu nehmen. Die Airline erhöhte fast zeitgleich mit Lufthansa im Juni die Kerosinzuschläge. Im Juli war Lufthansa von einem Streik betroffen. Air Berlin gab bekannt, größere Teile seiner Flotte aus dem Verkehr zu ziehen als bisher bekannt war und kündigte Preiserhöhungen für Geschäftskunden an.

Sinkende Preise auf dem europäischen Hotelmarkt

Auf dem Hotelmarkt ist nach jahrelangen Preissteigerungen ein neues Zeitalter angebrochen. An vielen Destinationen verbilligten sich Übernachtungen bereits. Dieser Trend zeichnete sich klar im ersten und zweiten Quartal 2008 ab. In 41 von 48 Städten, deren Hotelpreise American Express ausgewertet hat, stieg der Preis pro Übernachtung zwischen Januar und März im Schnitt noch um 6,9 Prozent im Einjahres-Vergleich. In der anschließenden Dreimonats-Periode lagen die Preise bereits 3,6 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahres-Quartal. Paris erlebte den größten Preissturz (-37 Prozent). Auch in Rom ermäßigten sich Übernachtungen um rund ein Drittel. Beide Metropolen bekommen damit die abnehmende Reiselust amerikanischer Touristen aufgrund des schwachen Dollar-Kurses zu spüren.

Die Finanzkrise ließ bereits die Hotelpreise in Frankfurt, Genf, London und Edinburgh sowie Paris sinken. Die britische Hauptstadt ist den Problemen auf den Kapitalmärkten besonders stark ausgesetzt und erlebte nach einem leichten Preisanstieg im ersten Quartal einen Rückgang um 7,7 Prozent im zweiten Quartal 2008. Höhere Preise konnten dagegen Hotels an Industriestandorten durchsetzen. In Deutschland waren dies Hotels in Düsseldorf, Köln und Hannover. Im norwegischen Stavanger verteuerten sich Übernachtungen um 26,3 Prozent – Rekordwert in Europa.

„Der europäische Hotelmarkt durchlebt nach dem Boom der vergangenen Jahre nun eine schwierige Phase mit sinkenden Preisen. Wie unsere Analyse zeigt, sind bereits viele bedeutende Destinationen in Europa hiervon betroffen. Die Kapitalmarktkrise hinterlässt vor allem Spuren in den Büchern der Hoteliers in den Finanzmetropolen London, Paris und Frankfurt, aber auch in Genf und Edinburgh“, so Sieverts.

Über die Studie
Der „American Express Business Travel Monitor“ liefert wertvolle Angaben über die aktuellen Trends auf den Geschäftsreisemärkten in Europa, dem Nahen Osten sowie Afrika. Basis ist dabei das umfangreiche Datenmaterial des Reise- und Kreditkartenkonzerns. Die Studie stützt sich auf Informationen, die sowohl bei Firmenkreditkartenzahlungen als auch bei Geschäftsreisebuchungen erhoben werden. Fluckticketpreise und Hotel-Übernachtungskosten werden für die folgenden Länder erhoben: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Israel, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Russland, Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechien, Türkei, Ungarn, Vereinigte Arabische Emirate.

Im Oktober 2008 erscheint die Studie erstmals in einer neuen, ausführlichen Form.

www.americanexpress.de





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