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Lowcost-Privatjet-Airline JetBird macht eine Rechnung auf

Geschäftsreisen sind manchmal ein Vabanquespiel. Das Meeting hat länger gedauert als geplant – der Rückflug ist verpasst. Die Folgen: die Familie ist enttäuscht, eine Hotelübernachtung muss kurzfristig organisiert, der erste Flug am nächsten Morgen gebucht werden. Wer nicht gerade auf einem Ticket mit Umbuchungsmöglichkeit fliegt, für den kann so ein verlängerter Geschäftstermin eine äusserst kostspielige Angelegenheit werden. Und eine stressige obendrein, mit Einfluss auf die Leistungsbereitschaft des betreffenden Mitarbeiters: Früh aufstehen, die Taxifahrt zum Flughafen wird zur ersten Belastungssprobe, Stau von der City bis zum Airport, reicht die Zeit noch zum Abflug? Eine Stunde vorher am Check-in-Counter sein, lange Warteschlagen auch hier, Sicherheitskontrolle, wieder lange Warteschlangen. Dann, endlich am Gate, heisst es nicht selten: der Flug hat Verspätung – warten, warten, warten… das ist der tägliche Belastungstest eines jeden Flugreisenden.

Immer dann aber, wenn ein Mitarbeiter während seiner bezahlten Arbeitszeit an der Ausübung seines Berufs gehindert wird, entstehen sogenannte Opportunitätskosten. Je nach Gehaltshöhe und dem Beitrag des Managers zum Umsatz seines Unternehmens, können diese gleich mehrere hundert bis weit über tausend Euro pro Stunde betragen. Berücksichtigt man im Vorfeld bei der Reiseplanung diese Opportunitätskosten, dann kann sich eine vermeintlich teurere Flugbuchung am Ende als wirtschaftlich günstiger herausstellen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sogar die Nutzung eines Privatjets die günstigere Alternative zum Linienflug sein.

Vor diesem Hintergrund haben Studenten der FH Braunschweig/Wolfenbüttel, Fachbereich Tourismusmanagement eine Studie zum Thema „Opportunitätskosten im Geschäftsreisemanagement“ durchgeführt. Zielsetzung war es, herauszufinden, inwieweit deutsche Unternehmen Opportunitätskosten bei der Reiseplanung bereits berücksichtigen. Zu diesem Zweck wurde eine bundesweite Online-Befragung unter Travel-Managern durchgeführt.

Die gute Nachricht vorweg: 80% aller befragten Unternehmen berücksichtigen bereits Opportunitätskosten bei der Planung von Geschäftsreisen, in Unternehmen mit über 1.500 Mitarbeitern sind es sogar 90%. Die schlechte Nachricht hinterher: Gründe für die Ignoranz von Opportunitätskosten liegen meistens in der Unkenntnis der Gewichtung dieses wesentlichen Planungsfaktors, entweder aufgrund von Unkenntnis oder Gleichgültigkeit der Führungsebene. Für NN, den Leiter Travel-Management bei NN, ist eine solche Haltung unverständlich; denn professionelles Travelmanagement setzt die kostenbewusste Planung einer Reise voraus: „Nicht der Preis des Flugtickets, sondern die Wertschöpfung einer Geschäftsreise unter Einbezug von Opportunitätskosten sind der Massstab für ein professionelles Travel-Management.“

Die Alternative, einen Privatjet zu buchen, ist, wie die Studie belegt, in den Köpfen der meisten Travel Manager offensichtlich noch nicht verankert. Zwar erscheint vielen Geschäftsleuten aufgrund der bestehenden Preisunterschiede der Linienflug zurzeit noch attraktiver, fliegen aber zum Beispiel vier Personen mit einem der am Markt operierenden Privatjet-Unternehmen zum Meeting von Köln nach München und später zurück, dann zahlen sie dafür rund 11 000 Euro. Im Linienflug (Business-Class) einer großen Gesellschaft kostet sie das rund 3200 Euro. Das Fazit kostenbewusster Unternehmer: Bei einer Differenz von 7800 Euro kann man schon einmal auf Flexibilität verzichten und getrost Zeit mit Warten verlieren.

Doch mit dem Einstieg der Preisbrecher in diesen Markt stellt sich eine ganz neue Wirtschaftlichkeitsrechnung. Wenn ab November die Lowcost-Privatjet-Airline JetBird von Köln/Bonn aus ihren Flugbetrieb aufnimmt, wird die gleiche Strecke für vier Personen nur noch 5.200,– Euro kosten. Bei damit 2.000,– Euro Preisunterschied zum Linienflug-Businesstarif dürfte so manches Unternehmen darüber nachdenken, ob es vier hoch bezahlte „High Potentials“ am Schalter und am Gepäckband die Zeit – und damit das Geld – der Unternehmensinhaber vertrödeln lassen möchte.

Zeit ist Geld – und das Einsparpotential ist enorm: Nur 29 Prozent der Reisezeit verbringen Passagiere lt. Eurocontrol in der Luft. 18 Prozent gehen für den Transit zum und vom Flughafen drauf. Und der Löwenanteil von 53 Prozent zerrinnt bei nervender Warterei.

Ganz anders sieht die Zeitbilanz beim Privatflug aus. Ankunft am VIP-Gate, einchecken, einsteigen und abfliegen – das wird nicht länger als zwölf Minuten dauern. Wer nach dem Flug in die wartende Limousine oder Taxi einsteigt, verliert auch am Zielort keine Zeit. Dauert dann das Meeting etwas länger, ist keine Umbuchung des Rückflugs nötig. Die Privatjet-Crew wartet geduldig.

www.flyjetbird.com





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