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Leonard Blawatnik übernimmt Aktienpaket von Vatas

Der US-Milliardär Leonard Blawatnik ist neuer
Hauptaktionär der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin.
Der russischstämmige Investor habe über seine Investmentgesellschaft
Access Industries das Aktienpaket über knapp 18,6 Prozent vom
Finanzinvestor Vatas übernommen, sagte ein Air-Berlin-Sprecher am
Freitag und bestätigte damit einen Vorabbericht der «Süddeutschen
Zeitung» (Samstagausgabe). Die zuletzt nach mehreren Gewinnwarnungen
stark eingebrochene Aktie legte im Tagesverlauf um mehr als fünf
Prozent auf 7,71 Euro zu.

Die Beteiligungsfirma Vatas habe bereits am Donnerstag über ihre
Tochterfirma Haarlem One darüber informiert, das Aktienpaket rund
drei Monate nach dem Einstieg wieder verkauft zu haben, teilte Air
Berlin am Freitag mit.

Air Berlin zufolge fand der Verkauf der Anteile bereits am 1.
April statt und somit genau einen Tag, nachdem die Fluglinie den
Aktienmarkt mit einer Gewinnwarnung für das laufende Jahr überrascht
hatte. Die Aktie hatte am 31. März allerdings bereits vor der
offiziellen Mitteilung um mehr als acht Prozent nachgegeben und war
im SDAX unter 7,50 Euro gefallen, so dass die Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine Untersuchung einleitete.

Blawatnik hält Air Berlin derzeit für unterbewertet und betrachtet
den Einstieg als lohnende Investition, wie die Zeitung berichtet. Die
Air-Berlin-Aktie hat innerhalb des vergangenen Jahres fast zwei
Drittel ihres Wertes verloren.

Das US-Wirtschaftsmagazin «Forbes» führt Blawatnik auf der Liste
der reichsten Menschen auf Platz 113. Sein Vermögen wird auf etwa
acht Milliarden US-Dollar geschätzt. Der 50-Jährige war 1978 im Alter
von 21 Jahren aus Russland ausgewandert. Obwohl er völlig mittellos
in den USA ankam, schaffte er es, einen Platz an der Eliteuniversität
Harvard zu ergattern. 1986 gründete er seine Investmentfirma Access
Industries. Sein Vermögen machte Blawatnik in der russischen Öl- und
Gasindustrie sowie als Besitzer des niederländischen Chemiekonzerns
Basell Holding.

Für Vatas dürfte der Ausstieg zum jetzigen Zeitpunkt ein großes
Verlustgeschäft sein. Vatas hatte sich erst vor etwa drei Monaten bei
Air Berlin eingekauft, als die Aktie mit etwa 13 Euro gehandelt
wurde. Am Donnerstag lag sie bei etwa 7,70 Euro. Geschäftsführer der
Investmentgesellschaft ist Lars Windhorst, in den 90er Jahren
gefeierter Jungunternehmer, der mit Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU)
auf Reisen ging. Vatas gehört dem südafrikanische Unternehmer Robert
Hersov.

ddp





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