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Lediglich Firmen verordnen Sparkurs für Geschäftsessen

Edles Wildhasenfilet in der Brotkruste,
gefüllter Ochsenschwanz mit glasierten Möhrchen und
Champagner-Cremesorbet genießen Feinschmecker in Nordrhein-Westfalen
auch in Zeiten der Finanzkrise. In den Luxusrestaurants des Landes
sind die Plätze an den Tischen nach wie vor besetzt. Lediglich Firmen
scheinen mit ihren Geschäftsessen auf Sparkurs zu gehen, Privatkunden
ordern dagegen weiter ungebremst Mehr-Gänge-Menüs und dazu guten
Wein, berichtet der Chef des Düsseldorfer Restaurants «Im
Schiffchen», Jean-Claude Bourgueil. Noch nicht einmal beim Trinkgeld
seien die Kunden geiziger geworden.



Der Inhaber der «Résidence» in Essen-Kettwig, Berthold Bühler,
freut sich, dass er derzeit sogar mehr Champagner verkauft als je
zuvor. «Woran das liegt, weiß ich auch nicht», sagt Bühler. Zum
ersten Mal seit 25 Jahren sei das Restaurant in diesem Jahr schon
mehrere Wochen vor den Feiertagen sowohl für Weihnachten als auch
Silvester komplett ausgebucht. Für ihn ist klar: «Wir trotzen der
Krise.» Etwa 40 Gäste bewirtet sein Team pro Tag. Durchschnittlich
gebe dafür jeder Gast etwa 200 Euro inklusive Getränke aus. Nach wie
vor besonders gefragt im Hause «Résidence» ist das Sieben-Gänge-Menü
für 125 Euro.

Auch das Schlosshotel «Lerbach» in Bergisch-Gladbach sei weiterhin
gut besucht, wenn auch nicht immer ausgebucht, sagt Hoteldirektor
Benedikt Jaschke. Er habe aber den Eindruck, dass die Gäste gezielter
als früher ihr Geld ausgeben. «Die Kunden sind umsichtiger geworden
und gönnen sich Restaurantbesuche vielleicht auch etwas weniger als
früher. Aber wenn sie da sind, gönnen sie sich alles im gleichen Maß
wie in der Vergangenheit.»

Private Gäste lassen sich die Speisen im Restaurant des
Schlosshotels «Hugenpoet» in Essen auch weiterhin schmecken. Mit
durchschnittlich 25 bis 30 Gästen pro Tag seien die Tische derzeit
voll, sagt Hotelinhaber Michael Lübbert. Geschäftskunden zeigten sich
dagegen eher verhalten. Ähnlich sieht es auch im «Sportschlosshotel
Velen» im Münsterland aus. Als Tagungshotel spürten auch sie den
Rückgang bei den Firmenkunden, sagte Hotelsprecherin Caterina Kohler.
Der derzeit angebotene Adventsbrunch laufe dagegen trotz
Preiserhöhung in diesem Jahr «sehr gut».



Keine spürbaren Auswirkungen auf die Kundschaft hat die Krise
bislang auf die Restaurants «Gut Lärchenhof» in Pulheim-Stommeln und
das Paderborner «Balthasar». «Bei uns sind die Tische nach wie vor
voll», sagt Balthasar-Leiterin Tina Vogel. Wochentags lassen sich
hier durchschnittlich 30 Gäste das Adventsmenü mit Hummerravioli in
Trüffelschaum und Hirschkalbsrücken mit Zwiebelkruste schmecken, am
Wochenende steigt die Zahl auf etwa 50 Restaurantbesucher.

Ähnlich sieht es in Pulheim aus. «Man hat zwar nicht mehr wie
früher die Gewissheit, dass es am Samstag voll ist, aber meistens ist
es dennoch sehr gut besucht», sagt «Lärchenhof»-Chef Peter Hesseler.
«Es könnte möglicherweise aber auch noch zu früh sein, dass wir die
Krise merken.» Eine Prognose für das kommende Jahr will er deshalb
nicht abgeben.

ddp/ysc/iha





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