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Konjunkturerwartungen für China brechen ein

In der aktuellen Umfrage von November (31.10. – 14.11.2018) brechen die Konjunkturerwartungen für China geradezu ein. Der CEP-Indikator, der die Konjunkturerwartungen internationaler Finanzmarktexperten für China auf Sicht von zwölf Monaten wiedergibt, fällt um 28 Punkte auf einen neuen Wert von minus 30,0 Punkten (Oktober 2018: minus 2,0 Punkte). Dies ist der bislang schlechteste Wert des CEP-Indikators seit Beginn der Umfrage Mitte 2013.

Der langfristige Durchschnitt von 3,4 Punkten wird damit erneut deutlich unterschritten. Auch die Konjunktursituation Chinas wird mit einem Rückgang um 15,4 Punkte und einem Saldo von jetzt minus 19,3 Punkten erheblich schlechter bewertet als noch im Vormonat. Die Punktprognosen für das Wirtschaftswachstum in den Jahren 2018 und 2019 wurden ebenfalls weiter nach unten korrigiert. Für 2018 rechnen die Experten nur noch mit einem Wachstum von 6,4 Prozent. Für das kommende Jahr 2019 werden 6,2 Prozent prognostiziert.

Ein Vergleich mit der Umfrage vom Juni 2018 zeigt, wie sehr sich die Einschätzungen verschlechtert haben. Damals wurden für 2018 noch 6,7 Prozent und für 2019 6,5 Prozent angenommen. Inzwischen liegen die Prognosen um jeweils 0,3 Prozentpunkte niedriger. „Die niedrigeren Werte bei den BIP-Prognosen zeigen das Ausmaß, in dem der Handelskonflikt mit den USA die chinesische Wirtschaft belasten könnte“, erklärt Dr. Michael Schröder, Senior Researcher im ZEW-Forschungsbereich „Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement“ und Projektleiter der CEP-Erhebung.

Ausblicke für chinesische Exporte und Inlandsnachfrage verdüstern sich. Inzwischen gehen die Teilnehmer der Umfrage nicht nur von schlechteren Entwicklungen bei den chinesischen Exporten aus, sondern sehen auch die Inlandsnachfrage betroffen. Der Indikator für die Einschätzung der Exporte geht um 18,5 Punkte auf einen aktuellen Wert von minus 22,7 Punkten zurück und beim Welthandelsanteil sinkt der Wert um 7,3 Punkte auf minus 7,2 Punkte. Bei den privaten Investitionen bricht der Indikator um 27,3 Punkte ein und liegt nur noch bei minus 2,3 Punkten. Auch die Bewertungen für den privaten Konsum und die Pkw-Neuzulassungsrate gehen zurück.

Die Experten erwarten, dass der Staatskonsum zur Stützung der Konjunktur weiter steigen wird. Der entsprechende Indikator legt um 19,8 Punkte auf 11,4 Punkte zu. Fast im gleichen Maß erhöht sich auch die Prognose für die Inlandsverschuldung: Die Einschätzungen steigen um 17,7 Punkte auf einen aktuellen Wert von 11,4 Punkten an. „Möglicherweise ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die chinesische Regierung ihre konjunkturstützenden Maßnahmen aufgeben muss und die Konjunktur wegbricht“, so Michael Schröder.
Quelle: Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW)





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