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Kein Ende der Krise in Sicht

Für die baltischen Staaten ist kein Ende der schweren Wirtschaftskrise in Sicht. „Keine andere Region in Europa hat es so hart getroffen und die Lage bleibt weiter düster“, sagte DIW-Expertin Hella Engerer. „Das Beispiel Baltikum zeigt, wie fragil eine Wachstumsstrategie ist, die in hohem Maß auf Kapitalzuflüsse aus dem Ausland setzt“.

Das reale Bruttoinlandsprodukt ist im ersten Halbjahr 2009 in Lettland um 18,8 Prozent, in Estland um 15,7 Prozent und in Litauen um 11 Prozent gesunken. Diese Länder wiesen im Vorfeld der aktuellen Krise eine sehr hohe Auslandsverschuldung auf, die zu einem großen Teil zur Finanzierung der sehr hohen Leistungsbilanzdefizite verwendet wurden.

Der wirtschaftspolitische Handlungsspielraum der baltischen Länder ist derzeit stark eingeschränkt. Zum einen können sie aufgrund ihrer fixen Wechselkurssysteme keine eigene Geldpolitik betreiben, denn die inländische Geldmenge muss durch ausländische Währung gedeckt sein. Zum anderen fehlt ihnen wegen der hohen Staatsverschuldung die Möglichkeit, fiskalpolitische Impulse zu setzen. Besonders angespannt ist die Lage der öffentlichen Haushalte in Lettland.

Frühwarnindikatoren deuten zudem auf eine bevorstehende Währungskrise in Lettland hin. Eine Abwertung würde zwar die Wettbewerbsfähigkeit des Landes verbessern, aber aufgrund des hohen Anteils der in Fremdwährungen ausgereichten Kredite zu großen Kreditausfällen im Inland führen. Nicht zuletzt könnte es durch eine starke Abwertung der lettischen Währung zu einer Kettenreaktion kommen. So könnten zum Beispiel die Probleme der lettischen Banken über die schwedischen Mutterbanken in die anderen baltischen Länder übertragen werden. Auch über den Handel könnte sich eine Währungskrise auf das gesamte Baltikum ausbreiten, da der Handel der baltischen Länder untereinander einen hohen Anteil am gesamten Handelsvolumen dieser Länder ausmacht. Aufgrund ihrer ähnlichen wirtschaftlichen Merkmale würden Anzeichen einer Währungskrise in Lettland Investoren schließlich veranlassen, sich aus dem gesamten Baltikum zurückzuziehen.

www.diw.de





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