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Kanzlerin und Kandidat gegen Pkw-Maut und Tempolimit

Autofahren soll auch in Zukunft erschwinglich bleiben. Das ist die erfreuliche Botschaft aus zwei Interviews, die der ADAC mit der amtierenden Kanzlerin, Angela Merkel, und ihrem Herausforderer von der SPD, Frank-Walter Steinmeier, geführt hat.

So erteilen sowohl Merkel als auch ihr Kontrahent einer Pkw-Maut eine klare Absage. Laut Steinmeier würde das zu einer Verlagerung des Verkehrs von der Autobahn in die Dörfer und Städte führen. Auch ein Tempolimit wird es weder mit Merkel noch mit Steinmeier geben. Steinmeier: „Das würde gerade mal ein Prozent zur Emissionsminderung beitragen. Mein Schwerpunkt liegt deshalb ganz eindeutig auf technologischen Fortentwicklungen.“ Merkel war nach eigenem Bekunden schon immer gegen ein generelles Tempolimit und will es auch in Zukunft bleiben. Sie glaubt, dass sich das Tempolimit durch den Einsatz intelligenter Verkehrsleitsysteme überholt hat. Merkel: „Es ist ja für jeden einsichtig, dass man bei viel Verkehr oder Regengüssen anders fahren muss, als dann, wenn alles frei ist.“

Steigenden Energiepreisen will Frank-Walter Steinmeier mit Autos begegnen, die unabhängiger vom Öl sind. Bei den Hybridantrieben sieht er in den nächsten fünf bis acht Jahren schnelle Fortschritte. Bei Elektroautos sei noch viel zu tun, deshalb habe er beim Konjunkturprogramm 500 Millionen Euro zusätzlich für die Erforschung und Entwicklung alternativer Antriebe vorgeschlagen und durchgesetzt. Sein Wunsch: Das Auto der Zukunft soll in Deutschland erdacht und auch gebaut werden.

Die Kanzlerin ist skeptisch, was die schnelle Einführung von Elektroautos angeht. Erst 2020 erwartet sie eine Million solcher Fahrzeuge auf unseren Straßen. Eine Streichung der Ökosteuer, um den Benzinpreis zu senken, kommt weder für Steinmeier noch für Merkel in Frage.

Zum Straßenbau äußert sich der SPD-Kandidat hoffnungsvoll. Er will weiterhin sechs Milliarden Euro in die Straßeninfrastruktur investieren. Dabei setzt er verstärkt auf die Entwicklung neuer Technologien für Verkehrsleitsysteme. Der Kanzlerin ist besonders wichtig, dass es in den nächsten Jahren Investitions- und Planungssicherheit für Käufer und Hersteller gibt. Dies gilt insbesondere für den Klimaschutz. Hier sind die Rahmenbedingungen für die nächsten Jahre gesetzt, so dass die deutschen Automobilbranche forschen und produzieren kann, ohne dass Arbeitsplätze gefährdet werden.

Die vollständigen Interviews können in der September-Ausgabe der ADAC-Motorwelt nachgelesen werden.

Quelle: ADAC





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