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Guter Preis – schlechter Sitz

Es ist schon ärgerlich, wenn man nach einer aufwendigen Suche nach dem günstigsten Preis für ein Flugticket fündig geworden ist und bei einem Blick auf den Sitzplan nur noch wählen kann, zwischen mittlerem Sitz oder nah an der Toilette oder beides. Noch ärgerlicher, wenn es nur noch verstreute Einzelplätze gibt und man nicht mit dem Flugpartner zusammensitzen kann.

Es gibt aber einige Möglichkeiten, nach der Buchung noch einen guten Sitzplatz zu bekommen:

Zuzahlen

Das ist zwar nicht das, was der kostenbewusste Fluggast hören möchte, ist aber ein probates Mittel, für relativ kleines Geld einen guten Sitzplatz zu bekommen.
Immer mehr Fluggesellschaften bieten gegen Aufpreis bevorzugte Sitzplätze an. Zumindest kann man sich so etwas mehr Beinfreiheit erkaufen.

Status

Airlines mit Kundenbindungsprogrammen (also fast alle) behandeln ihre treuen Vielflieger besser. Wer über einen Status bei einer Fluggesellschaft verfügt hat oft auch einen besseren Zugang zur Sitzplatzreservierung. Einfache Regel: Je höher der Status, desto besser sind die Vergünstigungen.

Frühe Anreise zu Flughafen

Bei vielen Fluggesellschaften kann man beim Check-in noch mal über den Sitzplatz reden. Wenn möglich wird dem Wunsch des Kunden nach einem bestimmten Sitzplatz entsprochen, wenn er denn noch frei ist.



Benachrichtigungen

Erfahrene Vielflieger lassen sich benachrichtigen, wenn sich bei den Sitzplatzreservierungen etwas getan hat. ExpertFlyer.com bietet diesen kostenfreien Service. Man meldet sich auf der Seite an, gibt seinen Flug ein und den bevorzugten Platz. Wird dieser Platz aus welchem Grund auch immer frei, bekommt der Fluggast von ExpertFlyer.com eine Benachrichtigung.

Upgrade

Sind hinten im Flieger mehr Tickets verkauft worden als Plätze vorhanden sind, werden einige Fluggäste in die höheren Klassen eingeladen. Auch hier haben Statuskunden bessere Chancen als statuslose Passagiere mit einem Schnäppchenticket. Die Frage nach einem Upgrade ist in der Regel zwecklos, obwohl es immer wieder probiert wird.

Wer es dennoch probieren möchte, sollte vorher etwas üben. Schließlich will man ja eine Leistung bekommen, für die man nicht bezahlt hat. Ob man der Typ ist, der auf eine freundliche Frage mehr bekommt, als er bestellt hat, kann ganz leicht überprüft werden.
Man gehe dazu in das beste Steakhaus seiner Stadt. Beim Ober bestellt man dann neben dem Getränk erst einmal nur Pommes mit Mayo. Wenn der Ober die Bestellung entgegen genommen hat und gehen will, hält man ihn zurück und fragt nach einem „Upgrade“, in dem Fall nach einem zarten Filet zu den Pommes. Es sollte aber mindestens 250 gr. schwer sein, bevor es auf den Grill kommt und man hätte es gerne innen zartrosa. Nun heißt es abwarten. Bekommt man das „Upgrade“ der Pommes mit Mayo ist man:

1. Der Bürgermeister der Stadt, der zu entscheiden hat, ob die Baustelle, die in Kürze vor dem Restaurant eingerichtet wird, 4 Wochen oder 4 Monate bestehen bleiben soll.

2. Der stadtbekannte Restaurantkritiker, der mit seinem Urteil schon das eine oder andere Lokal in den Wahnsinn getrieben hat.

3. Der Mitarbeiter vom Finanzamt, der dem Wirt vorher mitgeteilt hat, ggf. in den nächsten Tagen vielleicht zu einer Betriebsprüfung vorbei zu kommen.

4. Der 2,05 Meter große und 120 Kilo schwere Schutzgelderpresser, der meinte, man könne über alles reden – aber nicht mit leerem Magen.

5. Der Politiker, der über die Konzession für den geplanten Biergarten zu entscheiden hat.

6. Die Geliebte des Wirts, die damit droht, das Verhältnis der eifersüchtigen Ehefrau zu erzählen.

7. Der nette Kundenberater der Bank, der entscheiden muss, ob der angefragte Kredit bewilligt wird.

8. Oder tatsächlich der besondere Typ, dem man mit seinem freundlichen Lächeln keine Bitte ausschlagen kann.



Alle anderen bekommen Pommes mit Mayo beziehungsweise sitzen hinten.





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