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GQH deckt für Fernsehsender Pro Sieben auf

„Selbstverständlich ist das mein Zimmer. Meine Frau hat den Schlüssel. Nun lassen Sie mich schon herein!“ Mit genervtem Tonfall und bestimmend verweist Ulrich Jander die Reinigungskraft aus dem Hotelzimmer. Diese ist zwar zuerst verunsichert, aber dann gibt sie schnell nach. Der Gast soll sich schließlich nicht ärgern. So oder so ähnlich hat es Ulrich Jander, Hotel-Sicherheitsexperte der Firma GQH in Rüsselsheim, schon oft geschafft, unbefugt in fremde Hotelzimmer zu gelangen.

Die ,Diebstähle‘, die er dann dort ausführt, dienen allerdings ausschließlich Testzwecken. Hotelgesellschaften bitten Jander, ihre Häuser auf Sicherheitslücken zu überprüfen, um diese nachhaltig schließen zu können. Der Rüsselsheimer ,klaut‘ also im Auftrag und gibt das Diebesgut unmittelbar nach der Tat zurück. Dennoch scheint nicht jedes Hotel daran interessiert, sein Hab und Gut und das seiner Gäste zu schützen. Das Risiko, dass im eigenen Hotel geklaut wird, ist für viele Direktoren offensichtlich kalkulierbar.

Ein Test des Fernsehsenders Pro Sieben hat es nun bewiesen. Im Auftrag des Senders führte der Hotelsicherheitsexperte Ulrich Jander Test-Diebstähle in Frankfurter Stadthotels durch. Die Aufnahmen der versteckten Kamera machen deutlich, wie einfach es Langfingern gemacht wird, sich beliebig am Eigentum der Gäste oder des Hotels zu bedienen. Auch wenn im Film zu sehen ist, dass die Reinigungskraft den Unbefugten ins Zimmer lässt, ist die tatsächliche Verantwortung woanders zu suchen. Denn inzwischen müssen sich auch Luxus-Hoteliers dem allgemeinen Sparkurs beugen. Kürzungen im Personalbudget führen zu geringeren Löhnen. Hohe Fluktuation und ein steigender Anteil ausländischer Arbeitskräfte sind die weitere Folge. Einige Arbeitsbereiche im Haus werden mittlerweile sogar Fremdfirmen übergeben: so wird auch die Reinigung der Zimmer gern hotelexternen Dienstleistungsfirmen übertragen, um Personalkosten zu sparen. Somit ist der einzelne Mitarbeiter oft fachlich nicht gut geschult oder verfügt nicht über ausreichende Sprachkenntnisse, um sich in einer kritischen Situation mit dem Gast auseinandersetzen zu können. Und da Gästezufriedenheit, Stammkundentreue und somit Umsatz das oberste Ziel der Hotelleitung ist, wird der Mitarbeiter angewiesen, dem Gast lächelnd recht zu geben – Misstrauen schadet schließlich dem Geschäft.

„Das wissen auch die Diebe und wer ins Zimmer will, schafft es in der Regel auch dorthin“, gibt Ulrich Jander zu. „Man kann Diebstähle in Hotels nicht gänzlich vermeiden, trotzdem kann man den Dieben ihre Arbeit zumindest erschweren“. Konfrontiert mit den Szenen des Diebstahls im eigenen Haus reagieren die Hoteldirektoren unterschiedlich. Man weiß von den Schwachstellen und nimmt sie zum Teil sogar billigend in Kauf. Andere hingegen bitten Jander um Tipps, um Diebstähle in Zukunft zu vermeiden. Erstaunlicherweise äußerte sich ausgerechnet der Testsieger, das Maritim Hotel in Frankfurt an der Messe, nicht zu den Ergebnissen in seinem Hause.

Sicherheitslücken betreffen nicht nur das materielle Eigentum der Gäste und des Hotels. Immaterieller Schaden entsteht beispielsweise bei Datenmissbrauch. Industrie-Unternehmen verfügen meist über hohe Sicherheitsstandards in ihren Niederlassungen. Diese Maßnahmen werden jedoch wertlos, wenn das Laptop mit internen Informationen dem Geschäftsreisenden aus dem Hotelzimmer gestohlen wird. Während der Verlust von Wertgegenständen oft durch Versicherungen abgedeckt ist, kann der Schaden durch Missbrauch von Daten nicht ersetzt werden.

Nähere Auskünfte und eine Liste der von Ulrich Jander geprüften Hotels in Deutschland gibt es unter der Telefonnummer 06142-31581 und im Internet unter www.gqh-hotel.de.





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