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Golf-Länder auf der ökonomischen Überholspur

Die Golfregion tritt immer wieder mit negativen Schlagzeilen in Erscheinung. Jetzt sorgen geplante milliardenschwere Waffenlieferungen der amerikanischen Regierung an die dort angesiedelten Staaten für Unruhe. „In der CDU gibt es massive Bedenken gegen die geplante Aufrüstung des Nahen Ostens durch die USA“, schreibt Spiegel-Online spiegel.de. Das Pulverfass werde dadurch noch unsicherer, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages, der CDU-Parlamentarier Ruprecht Polenz. Die US-Regierung will mit ihren Maßnahmen einen Warnschuss in Richtung Iran loslassen.

Die häufig kriegerischen Meldungen aus der Region lassen andere Dinge in den Hintergrund treten. Zur Realität des arabischen Raumes gehört es auch, dass dort hervorragende Geschäfte getätigt werden können. Es muss ja nicht immer China oder Indien sein, es können auch die wichtigsten Golf-Länder mit ihren zusammen etwa 34 Millionen Einwohnern sein. „Ein interessanter Wachstumsmarkt von morgen liegt nur sechs Flugstunden entfernt von Mitteleuropa – die arabische Halbinsel. Dort werden sich die Absatzmöglichkeiten für Maschinen, Produktionsanlagen und jede Art von Technologie weiter verbessern“, schreibt der Bonner Wirtschaftsjournalist Axel Gloger in der aktuellen Ausgabe seines Informationsdienstes Trendletter www.trendletter.de. Schon jetzt stehen die Golf-Länder auf der Rangliste der wirtschaftsstärksten Länder der Welt auf Platz 17.

Die Region investiere etwa in Flughäfen, Straßen, Telefonnetze und die touristische Infrastruktur. Dies Nachfrage biete auch Chancen für mittelständische Unternehmen. „Die Golfregion ist kein ausschließlicher Markt für die großen Konzerne und Big Player wie Microsoft, Siemens oder Hewlett-Packard. Auch kleinere und mittlere Unternehmen sind dort gern gesehen, da deutsche Produkte in der arabischen Welt einen traditionell guten Ruf genießen. Doch wie bei den aufstrebenden Märkten Asiens gilt auch hier: Wer in Saudi-Arabien, Kuwait oder Oman Geschäfte machen will, sollte nicht blauäugig vorgehen und sich im Vorfeld mit den dortigen Sitten und Gebräuchen im Geschäftsleben vertraut machen“, sagt der Emerging Markets-Experte Jörg Peisert www.joerg-peisert.de.

Wer uninformiert ist, kann im arabischen Raum viele Fehler machen, weiß die interkulturelle Trainerin Gabi Kratochwil www.cross-cultures.de. aus Köln. Sie ist unter anderem Autorin des „Business-Knigge“ für die Arabische Welt. „Deutsche sind abschlussorientiert und sachbezogen, Araber beziehungsorientiert und personenbezogen“, so die Islamwissenschaftlerin. Wer sich darauf einlässt und geschickt vorgeht, dem winken satte Gewinne. „Die Märkte dort wachsen mit Raten von fünf bis zehn Prozent im Jahr“, so Gloger. Auch in Zukunft werde das starke Wachstum anhalten. Außerdem werde Energie dort in den nächsten 25 Jahren billig zu haben sein. Ein Grund für energieintensive Industriezweige wie Aluminiumhersteller, die Stahlerzeuger, die Petrochemie und die Kunstdünger-Produktion, sich in Arabien anzusiedeln. Die Trendletter-Einschätzung lautet: „Wer hier investiert, sollte freilich auch die Risiken einkalkulieren. Unternehmen am Ort verweisen auf mangelnde Rechtssicherheit, viel Arbeit mit der aufgeblähten Bürokratie und eingeschränkte Berufstätigkeit für einheimische Frauen.“





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