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GeschäftsreiseVerband VDR kritisiert Ausgestaltung der neuen Schlichtungsstelle

Der deutsche GeschäftsreiseVerband VDR kritisiert die Pläne für eine neue Schlichtungsstelle für die Luftfahrt und bedauert, dass Geschäftsreisende wohl tatsächlich davon ausgenommen werden. Der Referentenentwurf, der heute dem Kabinett vorgelegt wird, sieht vor, dass sich Verbraucher an die Schlichtungsstelle wenden können, wenn eine Fluggesellschaft ihre Forderungen ablehnt oder das Unternehmen nicht innerhalb von 30 Tagen reagiert. Wie der VDR bereits im Vorfeld befürchtet hatte, gilt das jedoch nicht für Geschäfts- und Pauschalreisende. Sie müssen weiter den Rechtsweg über die Gerichte gehen. „Die neue Schlichtungsstelle, so wie sie vorgesehen ist, wäre ein Hochstapler. Anstatt sich für die Rechte aller Passagiere einzusetzen, bleibt in Wahrheit der Großteil der Betroffenen außen vor“, ärgert sich Hans-Ingo Biehl, Hauptgeschäftsführer des VDR.

Nach Aussagen der Bundesregierung begegneten Unternehmen den Reiseunternehmen auf Augenhöhe und hätten damit keinen Bedarf nach Schlichtung. So haben Mitarbeiter des Justiz- und Verkehrsministerium Gespräche lediglich mit den Fluggesellschaften geführt. Verbraucher- und Wirtschaftsverbände – der GeschäftsreiseVerband VDR eingeschlossen – wurden nicht einbezogen.

Der VDR arbeitet bereits seit einiger Zeit an einer Lösung, die auf die Geschäftsreiseprozesse zugeschnitten ist. Sie soll es Unternehmen erleichtern, ihre Rechte einzufordern. Denn Fluggäste haben in der Europäischen Union Recht auf Schadenersatz, wenn ihr Flug sich verspätet oder annulliert wird, wenn das Gepäck beschädigt ist oder verloren geht. „Von Kundenfreundlichkeit kann hier jedoch nicht die Rede sein. Airlines treten grundsätzlich erst einmal nicht proaktiv an den Fluggast heran, um dessen Erstattungsansprüche zu erfüllen. Außerdem versuchen sie, Erstattungsanfragen abzuwehren, indem sie darauf verweisen, dass außergewöhnliche Umstände, wie z.B. höhere Gewalt, zu den Verspätungen geführt haben“, sagt Biehl. „Wer beharrlich genug ist und mit einem berechtigten Grund Entschädigungen einfordert, dem steht erst einmal ein kräftezehrender Schriftwechsel mit der Beschwerdeabteilung der Airline bevor. Wer aber dran bleibt, dem kommt die Fluggesellschaft entgegen – schließlich ist sie gesetzlich dazu verpflichtet. Alles in allem ist das Vorgehen sehr unerfreulich und definitiv verbesserungswürdig.“

www.vdr-service.de





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