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GEAB Nr. 59 ist angekommen

Das zweite Halbjahr 2011 ist nun beinahe vorbei und 15.000 Milliarden Scheinvermögen haben sich seit Juli in Luft aufgelöst, wie wir es in der 56. Ausgabe des GEAB (GEAB N°56) vorhergesagt hatten. Und nach unserer Auffassung wird sich dieser Prozess das folgende Jahr im gleichen Rhythmus fortsetzen. Wir gehen davon aus, dass mit dem griechischen Schuldenschnitt von 50% die umfassende weltweite Krise in eine neue Phase eintritt; nämlich in die Phase, in der alle Anleihen der westlichen Staaten wertberichtigt werden. Als Folge davon wird der bisher globale Finanzmarkt regional zerfallen. Wir sagen voraus, dass 2012 im Durchschnitt alle Staatsanleihen der westlichen Staaten um 30% wertberichtigt werden müssen. Entsprechend werden die Aktiva der Bilanzen der globalen Finanzinstitute geringer zu bewerten sein.

Wir hatten 2009 überschlägig berechnet, dass etwa 30.000 Milliarden US-Dollar des weltweiten Kapitals reines Scheinvermögen ist, nichts weiter als Zahlen auf Papier oder elektronischen Datenträgern. Die Hälfte dieser Summe löste sich in den sechs Monaten von September 2008 bis März 2009 in Rauch auf. Wir gehen nun davon aus, dass sich von Juli 2011 bis Januar 2012 die zweite Hälfte des globalen Scheinkapitals, also weitere 15.000 Milliarden, verflüchtigt. Und in dieser Phase des globalen finanziellen „Downgrading“ werden, im Gegensatz zu 2008/2009, als nur private Banken und Investoren bankrott gingen, auch Staaten und ihre Anleihen betroffen sein. Um sich eine Vorstellung von dem Ausmaß der bevorstehenden Finanzkatastrophe zu machen, ist es hilfreich zu wissen, dass nun sogar amerikanische Banken sich bemühen, ihre Anlagen in und die Nutzung von US-Staatsanleihen zu begrenzen. Denn auch sie fürchten inzwischen das Risiko einer Insolvenz der US-Bundesregierung.



Die Investoren und Banken der internationalen Finanzwelt werden im Herbst 2011 erleben, wie unter ihren Füßen förmlich der Boden wegbrechen wird; denn der Markt für US-Staatsanleihen, Basis des internationalen Finanzsystems, wird zusammenbrechen.

In dieser 56. Ausgabe des GEAB behandeln wir zwei grundlegende Aspekte des im Herbst 2011 bevorstehenden Schocks:


– Der Zünder Mechanismus der europäischen öffentlichen Verschuldung

– Von der Explosion der US-Schuldenbombe



Weiterhin stellen wir angesichts der Beschleunigung des Prozesses der Neuordnung der globalen Gleichgewichte unsere Vorhersagen zu einem entscheidenden Meilenstein auf dem Weg zur Schaffung einer neuen Weltordnung vor, nämlich ein Euro-BRICS -Gipfeltreffen bis 2014.

Und letztlich konzentrieren wir unsere Empfehlungen auf Maßnahmen, die unseren Lesern helfen sollen zu vermeiden, dass auch ihr Vermögen betroffen sein wird, wenn in den nächsten Monaten 15.000 Milliarden Scheinkapital verschwinden; insbesondere widmen wir uns hierbei dem Markt für Wohnimmobilien in den westlichen Staaten, für den wir von 2012 bis 2015 und noch darüber hinaus massive Preisrückgängen vorhersehen.

Der Zünder Mechanismus der europäischen öffentlichen Verschuldung

Seit nunmehr anderthalb Jahren, seit die Financial Times in den ersten Artikeln vom Dezember 2009 über die griechische Schuldenkrise schrieb, die umgehend zur sogenannten Euro-Krise aufgebauscht wurde, eifern die angelsächsischen Investoren, Fonds und Banken dem berühmten Zauberlehrling aus Goethes Gedicht nach. Wir kommen hier nicht auf die Einzelheiten dieser beachtlichen, von Wall Street und Londoner City gesteuerten Desinformationskampagne zurück, da wir darüber in den verschiedenen Ausgaben des GEAB ausführlich berichtet haben. Wir weisen lediglich darauf hin, dass nunmehr 18 Monate ins Land gegangen sind und es dem Euro immer noch recht blendend geht, während der Dollar im Verhältnis zu den großen Weltwährungen weiter an Wert verliert; und dass alle, die auf ein Auseinanderbrechen der Eurozone gesetzt hatten, viel Geld verloren haben. Wie wir vorhergesehen hatten, ermöglicht die Krise das Entstehen eines neuen Souveräns, nämlich Euroland; damit wird es den Mitgliedstaaten der Eurozone möglich werden, den Herbststürmen 2011 viel besser zu trotzen als dies Japan, den USA oder Großbritannien möglich sein wird. Euroland wird nicht explodieren, aber es wird, ohne es gewollt zu haben, die Explosion der US-Schuldenbombe verursachen.

Die Propaganda gegen den Euro, der Euroland mit einer einzigen Pause von wenigen Wochen nun seit so langer Zeit ausgesetzt ist, und die damit scheinbar hervorgerufene Eurokrise haben drei wichtige Ereignisse gezeitigt, von denen zwei wesentlich anders ausgefallen sind als dies Wall Street und die Londoner City erwartet hatten:



1. In den ersten Monaten, also von Dezember 2009 bis Mai 2010 wurde der Ruf des Euros als besonders stabile Währung massiv beschädigt, den er sich in der Krise 2007/2008 erworben hatte, als der Euro relativ unbeschadet die Finanzkrise überstand und auch die Wirtschaft der Eurozone vor ihren verheerenden Auswirkungen zu schützen vermochte. In der Abfolge von Artikeln und Experteninterviews wurden Zweifel an der Nachhaltigkeit der Gemeinschaftswährung geweckt und insbesondere die Rolle des Euros als Alternative zum Dollar oder gar als sein Kronprinz für die Funktion der internationalen Leitwährung in Frage gestellt.



2. In einer zweiten Phase von Juni 2010 bis März 2011 sahen sich die Regierungen der Euroländer gezwungen, unverzüglich eine Reihe von Maßnahmen zur Stärkung und zum Schutz der Gemeinschaftswährung zu ergreifen. Natürlich hätten diese Maßnahmen schon mit Einführung des Euros ergriffen werden müssen. Damals fehlte es am erforderlichen politischen Willen. Nun schuf die angelsächsische Propaganda und die Angst vor einer tatsächlichen Eurokrise diesen politischen Willen in Europa und hat damit dem Prozess der europäischen Integration neues Leben eingehaucht. Euroland ist nunmehr zum Vorreiter der weiteren Entwicklungen in Europa geworden, wodurch Großbritannien als Nichteuroland noch weiter an den Rand der EU gedrängt wurde. Gleichzeitig motivierte die Krise die BRICS, allen voran China, Euroland gegen diese Attacken beizustehen. Denn nach einer kurzen Phase des Zögerns erkannten die BRICS zwei wesentliche Dinge: Zum einen, dass die Europäer bereit waren, den Euro mit Zähnen und Klauen zu verteidigen; zum anderen, dass die hartnäckigen Versuche der Londoner City und der Wall Street, sich des Konkurrenten zum Dollar zu entledigen, den Beweis darstellten, dass der Euro eine echte Alternative zum Dollar und damit einen Ausweg aus der Dollar- und USA-dominierten Welt bieten konnte.

3. In einer letzten Phase vom April 2011 bis zum September 2011 zwingt die Krise die Eurozone, auch die Privatinvestoren zur Lösung der griechischen Staatschuldenkrise heranziehen, wobei zur Zeit noch diskutiert wird, ob die Privatinvestoren sich „freiwillig“ an einer Umschuldung beteiligen, indem sie z.B. einer Laufzeitverlängerung zustimmen (oder in einer anderen Form weniger Profit als ursprünglich angenommen aus den griechischen Schulden erzielen).



Natürlich war das erste Ergebnis eines der wesentlichen Ziele, die Wall Street und die Londoner City verfolgten (neben dem weiteren Anliegen, von den massiven amerikanischen und britischen Problemen abzulenken). Die beiden anderen laufen ihren eigentlichen Zielen jedoch diametral konträr. Statt den Euro und seine Attraktivität als Weltwährung zu schwächen, haben sie zu seiner Stärkung beigetragen.

Und eine vierte Phase steht dabei noch aus. Denn bis Anfang 2012 wird Euroland ein System geschaffen haben, dass die Ausgabe von Euro-Anleihen ermöglicht, womit eine gemeinsame Haftung aller Euroländer für einen gewissen Anteil der von ihnen ausgegebenen Schulden eingeführt würde. Darüberhinaus wird der politische Druck auf Privatinvestoren und Banken wachsen, bei dem Prozess der Restrukturierung der Schulden der Euroland-Randstaaten einen größeren Beitrag zu leisten.

Und mit dieser vierten Phase wird das Euro-Problem von Europa in die USA überschwappen und dort die Bombe der US-Schulden zur Explosion bringen. Denn zum einen haben Wall Street und die Londoner City und die ihnen ergebenen Medien mit ihren Angriffe gegen den Euro erreicht, dass die Öffentlichkeit für die Problematik der öffentlichen Verschuldung aufs Äußerste sensibilisiert wurde und nun das Ausmaß der auf Dauer erdrückenden Schuldenlast Japans, der USA und Großbritanniens erfasst hat. Dadurch wurden sogar die Ratingagenturen, eigentlich treue Wachhunde der beiden weltweit größten Finanzplätze, gezwungen, sich in einen Herabstufungswettbewerb von Staatsschulden zu begeben. Damit sind plötzlich auch die US-Staatsanleihen von einer Herabstufung bedroht, einen Schritt, den wir schon vor etlichen Monaten als überfällig bezeichneten, als die große Mehrheit der Finanzexperten ihn noch für unmöglich hielt. Gleichzeitig gerieten Frankreich, Großbritannien, Japan usw. in das Fadenkreuz der Ratingagenturen.

Dass die Ratingagenturen heute sich sogar gegen die USA wenden, lässt sich nur damit erklären, dass sie sich ihren eigenen Regeln nicht mehr entziehen können. Wenn man den Staat A herabstuft, kann man den Staat B, der in einer identischen Lage steckt, nicht anders behandeln, auch wenn man sich letzterem aus vielerlei Gründen verbunden fühlt. Die „ewige Wahrheit“, nach der gewisse Staaten einfach nicht bankrott gehen können, hat den Ausbruch der Krise gerade einmal drei Jahre überlebt. Jeder Zauberlehrling muss damit rechnen, dass die Geister, die er ruft, sich gegen ihn wenden. Nie hätten sich Wall Street und Londoner City vorstellen können, dass die Hysterie über die Folgen einer griechischen Staatspleite auf ihre eigenen Wirtsländer zurückschlagen würde. Das führt nun dazu, dass im US-Kongress keine Mehrheit für die in den vergangen Jahren schon zur Routine verkommene Anhebung der Schuldenobergrenze zustande kommt und große Teile der Abgeordneten massive Ausgabenkürzungen fordern. In die Grube, die Wall Street und Londoner City dem Euro gruben, wird nun der Dollar fallen. Wieder einmal zeigt sich, dass Geschichte ein besonderes Faible für Ironie hat.

Quelle: www.leap2020.eu

Info:

GEAB ist eine Veröffentlichung, die, in regelmäßigen Abständen, Entscheidungs – und Analysehilfe bietet für all diejenigen, die für ihre Arbeit und Aufgaben darauf angewiesen sind, die in der Zukunft wichtigen globalen Trends aus europäischer Sicht rechtzeitig zu erkennen: Experten, Consultants, Wissenschaftler, Politiker, Entscheider und Macher aus Wirtschaft und Politik.





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