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Führungskräfte geben deutschen Konzernmanagern miserable Noten

Massive Kritik an sozialer Verantwortung, Führungsqualitäten und Image.

Gute Zeugnisse für Führungskräfte des Mittelstands.

Viel Anerkennung für Wendelin Wiedeking (Porsche), Wolfgang Reitzle (Linde) und Dieter Zetsche (DaimlerChrysler)

Deutschlands Vorständen und Geschäftsführern von Großkonzernen
(mehr als 500 Mio. EUR Jahresumsatz) fehlt es vor allem an sozialer
Verantwortung. Das sagten 62% der deutschen Topmanager im Rahmen des
siebten „Managerpanels“, durchgeführt von der internationalen
Personalberatung LAB Lachner Aden Beyer & Company. Negative
Beurteilungen erhielten die Vorzeige-Manager auch in den Kriterien
„Persönliches Image“ (49% der Nennungen) und „Personalführung“ (41%).
Positiv wurde hingegen die unternehmerische Qualität der Konzernchefs
bewertet: 50% der Befragten vergaben dafür die Schulnoten „Gut“ oder
„Sehr gut.“ Außerdem lobten 37% das internationale Niveau in den
Chefetagen der Konzerne.

Fast durchgängig gute Durchschnittsnoten erhielten demgegenüber
die CEOs von Unternehmen des Mittelstands (50 bis 500 Mio. EUR
Jahresumsatz). Sie schnitten damit deutlich besser ab als ihre
Konzernkollegen. So bekamen die Mittelständler von 77% der Teilnehmer
ein „Gut“ oder „Sehr gut“ für ihre unternehmerische Qualität. 58%
vergaben gute oder sehr gute Noten für soziale Verantwortung, 52% für
Personalführung und 51% für ein positives Image der mittelständischen
Unternehmenslenker. „Große Konzerne haben sich zunehmend zu
seelenlosen Organisationen entwickelt, wo Erfolg und Karriere auf
Kosten anderer an der Tagesordnung sind“, begründete ein
Panel-Teilnehmer die Unterschiede zum Mittelstand. In vergleichsweise
kleineren Unternehmen sei die Persönlichkeit des Unternehmens und die
Nähe zu Kunden und Mitarbeitern eher spürbar.

Befragt wurden die Teilnehmer auch nach CEOs, die im Jahr 2006
besonders positiv aufgefallen waren. Dabei fiel vor allem ein Name:
Wendelin Wiedeking, Vorstandsvorsitzender von Porsche. Es folgten mit
einigem Abstand Wolfgang Reitzle (Linde) und Dieter Zetzsche
(DaimlerChrysler). Einen eindeutig negativen Eindruck hinterlassen
haben hingegen Josef Ackermann (Deutsche Bank), Klaus Kleinfeld
(Siemens) sowie mit deutlichem Abstand Ferdinand Piech (VW).

„Die Kollegen-Schelte ist angesichts der derzeit negativen
Berichterstattung über einige exponierte Führungspersönlichkeiten
nicht frei von Populismus“, relativiert Klaus Aden, Geschäftsführer
von LAB & Company. „Fakt ist aber eine abnehmende Identifikation
deutscher Topmanager mit Großunternehmen und deren Verantwortlichen“,
so Aden. „Das führt zu einer gefährlichen Erosion des Fundaments, auf
das die Leistungsfähigkeit und Stabilität unserer Wirtschaft gebaut
ist.“ Es sei Zeit für eine Image-Initiative der Führungselite. Dazu
gehörten weniger Fehler, mehr Transparenz und bessere Kommunikation.

Zum Managerpanel: Teilnehmer der monatlichen Umfrage von LAB &
Company in Kooperation mit der Financial Times Deutschland sind 639
Führungskräfte der deutschen Wirtschaft, von denen 70 % der ersten
oder zweiten Hierarchieebene angehören. Am aktuellen Managerpanel
haben sich 231 Führungskräfte mit Antworten beteiligt, von denen
aktuell jeweils rund die Hälfte bei Großunternehmen und bei
Unternehmen des Mittelstands arbeiten.

Ergebnisse des Managerpanels zum Download unter:
www.labcompany.net





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