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Flughafen Dresden legt zu.

Flughafen Dresden legt bei Passagieren um mehr als 2,5 Prozent zu

Der Flughafen Dresden zählt in diesem Jahr etwa drei Prozent mehr Fluggäste als 2002. Für das gesamte Jahr rechnet der Airport mit 1.560.000 Passagieren. Hinter diesen positiven Zahlen steckt eine geteilte Bilanz im Linien- und Touristikverkehr: Während die Zahl der Linienfluggäste um sieben Prozent zulegte, ging die Zahl der Passagiere auf den touristischen Strecken um drei Prozent zurück.

Jahresrückblick Linienflugverkehr

Ein moderates Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent in Sachsen und massive Preissenkungen auf einigen Flugstrecken haben im Linienflugverkehr für einen kräftigen Nachfrageschub gesorgt. Germanwings bietet seit Ende März die Strecke Dresden-Köln/Bonn zu Ticketpreisen ab 19 Euro an und konnte so die Zahl der Fluggäste auf dieser Linie mehr als verdoppeln. Mit ihrer zum Teil aggressiven Preispolitik stützten die Airlines, so auch die Lufthansa, die Konjunktur – was sich in einer wachsenden Zahl von Geschäftsreisenden äußerte – und gewannen zugleich neue Passagiergruppen hinzu – vor allem Privatreisende und Tagestouristen. Am Jahresende steht im Linienflugverkehr ein Passagierplus von sieben Prozent – das entspricht einem Wachstum auf 930.000 Fluggäste.

Einige Airlines nutzten die erhöhte Nachfrage zur Kapazitätserweiterung: So bedient Lufthansa die Strecke nach Düsseldorf seit November mit zwei zusätzlichen Flügen in der Woche und setzt auf der Strecke nach München wieder größere Maschinen ein.

Von großer Bedeutung waren die Eröffnung der neuen Fluglinien nach Kopenhagen und Rom Ende Oktober sowie der Ausbau der Fluglinie nach Budapest. »Damit sind wir unserem Ziel, Dresden mit den wichtigsten Wirtschaftszentren Europas zu vernetzen, einen großen Schritt näher gekommen«, betont Flughafengeschäftsführer Dr. Michael Hupe. Derzeit führt der Flughafen Gespräche mit mehreren Airlines, um einen neuen Anbieter für die Strecke nach Zürich zu finden.

Jahresrückblick Touristikflugverkehr

Im Touristikflugverkehr verlief das Jahr geteilt: Die schwache Konjunktur und die Hochwasser-Spätfolgen sorgten für einen schlechten Start zu Jahresbeginn. Der Irak-Krieg und die Lungenseuche SARS bewirkten im Frühjahr ein neuerliches Nachfragetief. Erst zum Sommerferienbeginn sprang das Tourismusgeschäft wieder an. Doch die spürbare Erholung im zweiten Halbjahr konnte das negative erste Halbjahr nicht wettmachen. So steht am Jahresende ein Saldo von minus 13 Prozent bei der Anzahl der Touristikflüge im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Passagiere verringerte sich aber nur um drei Prozent auf 565.000.

Zur Freude der Urlaubsreisenden gaben jedoch die Preise auf vielen touristischen Strecken nach. »Fliegen«, unterstreicht Hupe, »ist günstig wie nie – das ist vielleicht die beste Nachricht dieses Jahres.« So gibt es Flugtickets von Dresden nach Rom, Madrid oder Valencia bei Air Berlin schon ab 79 Euro.

Auf den touristischen Strecken fliegen hauptsächlich Passagiere, die eine Pauschalreise gebucht, d.h. Flug, Hotel und Verpflegung im Paket gekauft haben. »Das bedeutet jedoch nicht, dass auf diesen Strecken nicht auch Individualreisende und Geschäftsleute mitfliegen können«, sagt Hupe – eine Tatsache, die noch viel zu wenig bekannt ist. Im Gegenteil: Wer eine Geschäftsreise in den Süden plant, kann dafür auch die Urlaubsjets benutzen. Und wer seine Ferienreise selbst zusammenstellen – also Flug und Hotel einzeln buchen möchte -, der kann ebenfalls mit den Touristikairlines fliegen. »Die Fluggesellschaften verkaufen auf allen touristischen Strecken ab Dresden auch Einzelplatztickets zu meist sehr attraktiven Preisen«, hebt Hupe hervor. Die genauen Flugzeiten und Verbindungen finden Interessenten auf der Internet-Seite des Airports.

Jahresrückblick Non-Aviation und Standortentwicklung

Der Geschäftsbereich Non-Aviation steuert inzwischen mehr als ein Drittel der Umsätze des Flughafens bei. Unter Non-Aviation verstehen Flughäfen alle Aktivitäten, die nicht direkt mit dem Flugbetrieb zu tun haben, also die Vermarktung u.a. von Flächen für Einzelhandel, Restaurants, Büros, Veranstaltungsräume. Die meisten Einnahmen stammen aus der Vermietung von Flächen im neuen Terminal. So eröffnete Anfang Juli im Ankunftsbereich des Terminals ein neuer attraktiver Einkaufsmarkt. Im Dezember wird zusätzlich ein Telefonladen und ein Spiel-Inn eröffnet. Dem Dresdner Verkehrsmuseum vermietete der Airport eine Ausstellungsfläche auf der Abflugebene des Terminals. Das Museum zeigte dort Exponate aus der Geschichte der Luftfahrt.

Im November legte die Deutsche Flugsicherung den Grundstein für den neuen Tower des Airports. Die Flughafenfeuerwehr wird am 15. Dezember in ein neues Gebäude einziehen. Beide Ereignisse – der Bau des Towers wie die Inbetriebnahme des neuen Feuerwehrgebäudes – machen den Luftfahrtstandort Dresden attraktiver. Auf dem Gelände des Flughafens und in seiner nächsten Umgebung etabliert sich eine wachstumsstarke Luftfahrtindustrie – »ein Prozess, den wir fördern, denn er schafft zukunftssichere Arbeitsplätze«, betont Hupe. So nahm die Spedition Schenker – ein wichtiger Transportdienstleister für die Mikroelektronikindustrie im Umfeld des Airports – im September ihre zweite Logistikhalle in Betrieb. IMA weiht noch im Dezember auf dem Airport-Gelände eine neue Testhalle für den Airbus A 380 ein. »Wenn diese Branche weiter wachsen soll, muss jedoch auch die Infrastruktur stimmen«, erklärt Hupe. Deshalb fordert er gemeinsam mit den dort ansässigen Unternehmen wie EADS oder IMA die Stadt auf, das letzte Stück der Hermann-Reichelt-Straße vom Flughafen ins benachbarte Gewerbegebiet »Zur Wetterwarte« auszubauen.

Ausblick auf 2004

Das Münchner Forschungsinstitut Ifo sagt dem Freistaat für 2004 ein Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent voraus. Der Flughafen rechnet deshalb mit weiter wachsenden Passagierzahlen.





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