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Flugangst – Makel einer kosmopolitischen Welt

In unserer jetzigen modernen Welt gewinnen Flüge zunehmend an Bedeutung. Heute mit dem
Flugzeug zum Meeting nach New York, Morgen zur Präsentation nach Paris und übers Wochenende nach London.

Allein über Europa zählte EUROCONTROL (The European Organisation for the Safety of
Air Navigation) im Jahre 2009 rund 9,4 Mio. Flugbewegungen, das machte ca. 26.000 Flüge
pro Tag. Bei dieser enormen Anzahl von Flügen und der damit einhergehenden Masse zu
befördernder Passagiere ist es nicht ungewöhnlich, dass sich unter ihnen auch Menschen mit
Flugangst befinden. Während die Welt allerdings scheinbar immer kleiner wird und
Entfernungen zunehmend keine Rolle mehr spielen, nimmt die Anzahl der
Flugangstbetroffenen stetig zu.

Leiden auch Sie unter Flugangst? Trösten Sie sich, denn Sie sind damit nicht allein! Nach
einem Bericht des Instituts für Demoskopie Allensbach, veröffentlicht im Jahre 2003, sind es
demnach rund 16% aller Deutschen über 16 Jahre, die das Fliegen im Flugzeug als
„Alptraum“ erleben! Wir haben also allein in unserem Land rund 10 Millionen Bundesbürger
mit Flugangst, was umgerechnet bedeutet, dass ca. jeder dritte Fluggast mit Symptomen der
Flugangst behaftet ist.

Schon längst hat die Weltgesundheitsorganisation WHO die Aviophobie (Flugangst), als
situationsspezifische Phobie, im Verzeichnis der internationalen Klassifikation der
Krankheiten, dem sogenannten ICD (International Classification of Deseases), gelistet.

Flugangst kann per se erstmal jeden treffen – unabhängig von Alter, Geschlecht, sowie der
Tatsache, ob der oder die Betroffene noch nie geflogen ist oder bereits mehrere hundert Flüge
hinter sich hat. Neben einer bildhaften und kreativen Vorstellungsweise, begünstigen
neurobiologische Aspekte, wie beispielsweise die genetische Labilität eines autonomen
Nervensystems, das Entstehen von Flugangst. Auch zusätzlich vorhandene soziale Phobien
spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Fast all diesen Motiven ist jedoch ein
Faktor gemein: Die „Vermeidungsstrategie“.
Diese Strategie verfolgt den Zweck, dass der Betroffene sich der Angst auslösenden Situation
nicht mehr stellt und sie schlicht vermeidet, sei es durch Bewusstseinstrübung mittels Alkohol
oder Medikamente, als auch durch den konsequenten Verzicht auf das Fliegen an sich. Das
durch die Vermeidung subjektiv erreichte Wohlbefinden bestärkt nun Flugangstbetroffene in
der Annahme, mit der Vermeidung die richtige Entscheidung getroffen zu haben und belohnt
mit einem angenehmen Gefühl von Entspannung. Der Eintritt in einen verhängnisvollen
Kreislauf ist damit gegeben.



Doch wie werden Betroffene ihre Flugangst wieder los? Zunächst muss an dieser Stelle und
wie im vorherigen Absatz angedeutet, einmal deutlich gesagt werden, dass weder Alkohol
noch Medikamente in der Lage sind, das beklemmende Gefühl der Flugangst dauerhaft zu
lindern. Im Gegenteil! Sowohl Alkohol als auch Medikamente wirken in diesem alleinigen
Kontext absolut kontraproduktiv. So wird im Falle eines tatsächlichen, wenn auch extrem
unwahrscheinlichen Zwischenfalls, die eigene Handlungsfähigkeit nur noch weiter
eingeschränkt.



Wissenschaftlich belegbar sind indes folgende 3 Methoden der Angstbewältigung: Die
systematische Desensibilisierung, die Virtual-Reality-Exposition und die In-vivo-Exposition,
auch Konfrontationsmethode genannt. Letztere ist bei seriösen Flugangstseminaren die
Methode der Wahl.

In einem theoretischen Teil werden psychologische Hintergründe der Flugangst betrachtet,
sowie technische Aspekte des Fliegens transparent gemacht. Durch anschließende Übungen,
werden dem Flugangstbetroffenen Wege aufgezeigt, seinen Angstkreislauf durchbrechen zu
können. Sofern der Teilnehmer zeitnah nach seinem Seminar nicht ohnehin selber Fliegen
muss und sich es zutraut, das Gelernte ohne fremde Hilfe in die Praxis zu transferieren, bieten
seriöse Flugangstseminare auch immer die Möglichkeit eines begleiteten Erfahrungsfluges für
die nicht so Mutigen unter all den Betroffenen. Dort wird dann unter Anleitung das neu
erworbene Wissen eingeübt und umgesetzt.

Endlich frei von Flugangst zu sein, ist jedoch für viele ein in weiter Ferne liegender Traum.
Hohe Teilnahmegebühren und die teilweise nur regionale Verfügbarkeit von Anbietern seien
hier nur beispielhaft genannt. Aber auch individuelle Faktoren spielen eine große Rolle.
Beispielsweise deuten karriereorientierte Menschen den Besuch eines Flugangstseminars oder
einer anderweitig geeigneten Therapie fälschlicher Weise als ein Zeichen von Schwäche.
Doch ich frage Sie: Wer ist am Ende der Schwache? Derjenige, der sich seinen Ängsten stellt
und ein Seminar besucht, oder derjenige, der zwar äußerlich cool nach drei Wodka-Orange im
Flieger sitzt, innerlich jedoch zittert und auf Dienstreisen beim Kunden fortlaufend mit
flugangstbedingten Leistungsdefiziten zu kämpfen hat?



„If you can dream it, you can do it!“ sagte einst Walt Disney – was steht der Bekämpfung
Ihrer Flugangst also noch im Wege?

Autor: Mathias Gnida (Pilot, Fachbuchautor und Flugangstexperte); www.flugangstseminar.com





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