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Fluchttüren müssen von zwei Seiten zu öffnen sein

Die Sicherheit der Gäste ist das oberste Gebot in jedem Hotel. Doch manchmal kann es zum Konflikt zwischen zwei unterschiedlichen Sicherheitsaspekten kommen: zum Beispiel dem Brandschutz und der Diebstahlsicherung. Das Problem betrifft die Nottreppenhäuser, die die Gäste im Falle eines Unglücks zur Flucht benutzen sollen. Diese sind in der Regel mit Türen gesichert, die man nur von innen öffnen kann. Befindet man sich also einmal im Treppenhaus, kann man nicht mehr zurück. Der Grund ist, dass kein Unbefugter das Hotel auf diesem Weg betreten soll. Doch was passiert, wenn sich im Falle eines Feuers der Rauch bereits im Treppenhaus ausgebreitet hat und den Gästen den Weg nach unten versperrt? Dann sind sie hilflos gefangen. Auf diese oft unterschätze Problematik weist jetzt aus aktuellem Anlass der Fachverband für Qualität in Hotels, Krankenhäusern und Altenheimen (FQH) hin.

Ulrich Jander vom FQH: „Erst vor wenigen Wochen erlitt ein Feuerwehrmann bei einem Brand in einem Fünf-Sterne-Hotel eine Rauchvergiftung, weil er im Nottreppenhaus gefangen war. Der Mann hatte allerdings Glück im Unglück, denn er konnte über Funk seine Kameraden informieren, die ihn dann verletzt aber lebend aus seinem verrauchten „Gefängnis“ befreit haben.“ Laut Jander sind solche Ereignisse keine Einzelfälle. Ein anderer tragischer Zwischenfall ereignete sich vor einiger Zeit in einem anderen Hotel: Dort wollte ein älterer Herr, der unter Platzangst litt und nicht Aufzug fahren wollte, über das Fluchttreppenhaus das Hotel verlassen. Doch er verlor in dem vierzigstöckigen Gebäude die Orientierung und erlitt einen tödlichen Herzinfarkt. Man fand ihn später kurz vor dem Notausgang zum Dach dessen Tür alarmgesichert war.

Jander räumt zwar ein, dass die geschilderten Katastrophen Extremfälle seien, doch aus Erfahrung weiß er, oft muss es erst zur Katastrophe kommen, ehe die Verantwortlichen aufwachen. Daher rät der FQH allen Hoteliers, ihre Fluchttreppenhäuser einmal genau unter die Lupe zu nehmen.

Oberstes Gebot laut Sicherheitsexperten Ulrich Jander: Die Türen zu den Nottreppenhäusern müssen Türklinken auf beiden Seiten haben. Nur dann kann jeder ohne Probleme von der Etage in das Nottreppenhaus kommen und auch wieder zurück. Des weiteren rät er zu so genannten Blindzylindern in den Schlössern. Diese verhindern, dass im Brandfall Rauch durch die Schlösser kommen kann. Weiterer wichtiger Hinweis: Die Fluchtwege können häufig auch gleichzeitig so genannte Angriffswege der Feuerwehr sein. Dadurch kann es bei einer möglichen Räumung zu Gegenverkehr kommen: die Gäste flüchten und die Feuerwehr kommt zum Löschen. Für diese Situation müssen auf beiden Seiten der Treppe Handläufe gemäß Gaststättenbauverordnung vorhanden sein, so Jander. Außerdem rät der Sicherheitsexperte regelmäßig Brandschutzübungen durchzuführen, denn viele Schwachstellen würden nach seiner Erfahrung erst im Rahmen einer solchen Übung entdeckt.

Mehr Informationen unter: www.bundesfachverband.org





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