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Flottenmarkt wächst im vierten Monat in Folge

Im ersten Halbjahr2010 sind die Neuzulassungen nach dem Wegfall der Abwrackprämie erwartungsgemäß zurückgegangen. „Wir haben insgesamt mit einem Minus von über 20 Prozent gerechnet, jetzt sind es fast 30 Prozent geworden“, sagt Michael Velte, Vorstandsvorsitzender des VMF – Verbandes markenunabhängiger Fuhrparkmanagementgesellschaften. Der Markt hätte sich allerdings lediglich normalisiert und die Marktanteile entsprächen nun nahezu wieder denen aus dem Jahr 2008. Von den 1,47 Millionen Neufahrzeugen waren knapp 840.000 (Vorjahr 735.000) gewerbliche und nur noch 630.000 (1,34 Millionen) Privatfahrzeuge.



Wie das Wachstum 2009 wurde auch der Rückgang 2010 maßgeblich von den privaten Zulassungen verursacht. Privathaushalte haben mehr als 700.000 Fahrzeuge weniger zugelassen (Minus 52,4 Prozent), als noch ein Jahr zuvor, und sogar rund 30.000 weniger als 2008. Die gewerblichen Segmente konnten dagegen allesamt zulegen.


Der Markt für gewerbliche Fuhrparks wächst seit März wieder deutlich – nach vielen Monaten mit sinkenden Zulassungszahlen, hat aber das Niveau von 2008 von damals 347.000 Einheiten noch nicht wieder erreicht. Mit 295.000 Neuzulassungen verzeichnete das Segment ein Plus von 6,7 Prozent und steigerte seinen Marktanteil auf über 20 Prozent (Vorjahr 13,4) und erreichte damit relativ gesehen fast den Wert von 2008. 35 Prozent aller gewerblich zugelassenen Fahrzeuge wurden somit für Fuhrparks zugelassen. Auch alle anderen Segmente näherten sich der „normalen“ Verteilung vor der Wirtschaftskrise und Abwrackprämie: Private Zulassungen (Marktanteil 42,9, Vorjahr 64,3 Prozent), Fahrzeugbau (Marktanteil 7,6, Vorjahr 5 Prozent), Fahrzeughandel (Marktanteil 19.3, Vorjahr 11 Prozent) und Autovermieter (Marktanteil 10,2, Vorjahr 6,4 Prozent).

Bewertung und Ausblick

Dass viele Privathaushalte die Investition in ein Neufahrzeug vorgezogen haben und diese Zulassungen 2010 fehlen werden, war klar. Der VMF ist auch von dem Wachstum im Fuhrparksegment nicht überrascht. „Die Unternehmen waren 2009 extrem zurückhaltend und haben Investitionen eher verschoben, jetzt müssen sie wieder in Mobilität investieren“, ist sich Michael Velte sicher. Allerdings handele es sich weniger um Erweiterungsinvestitionen, sondern eindeutig um Ersatzbeschaffungen. Die Neuzulassungen selbst werden allerdings trotz des Wachstums in den gewerblichen Sektoren insgesamt auch das Niveau von 2008 nicht erreichen. 2008 waren insgesamt noch über drei Millionen Fahrzeuge zugelassen worden. Nachdem die Zulassungszahlen schon im Januar – auch ausgelöst durch die extremen Witterungsbedingungen – enttäuschten, haben sich die Monatsergebnisse absolut zwar gesteigert, blieben aber relativ gesehen hinter dem Boomjahr 2009 weit zurück und liegen auch deutlich hinter den Zahlen von 2008. „Wir wussten, dass die Subvention den sich andeutenden Rückgang nur verzögert hat. Wenn wir optimistisch sind, rechnen wir für 2010 insgesamt mit mehr als 2,8 Millionen Einheiten“, sagt Velte. Auch wenn die deutschen Automobilhersteller nun von Überstunden, statt von Kurzarbeit sprechen werden sie ihre Produktion in Deutschland 2010 um 100.000 Einheiten auf circa 4,87 Millionen drosseln und damit erstmals mehr Autos im Ausland bauen (4,9 Millionen Einheiten), die meisten davon in China. Die positiven Meldungen der Automobilindustrie der letzten Monate verwundern auch den VMF, sei doch noch 2009 von massiven Überkapazitäten, einem angeschlagenen Gebrauchtwagenmarkt und einem Problem mit unsauber kalkulierten Restwerten gesprochen worden. Auch die Insolvenzgefahr für viele Händler sei noch nicht gebannt.
Vor diesem Hintergrund bleibt der VMF bei seiner Prognose, dass frühestens ab 2012 wieder mit Neuzulassungen über der 3-Millionen-Grenze zu rechnen sei. Allerdings könnte das Segment der Fuhrparkfahrzeuge schneller wieder über 600.000 Neuzulassungen zählen, wenn die Entwicklung anhält.

www.vmf-fuhrparkmanagement.de





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