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Flächendeckendes Rettungssystem mit 66 SOS-Stelen installiert

Rund 1.000 Mal im Jahr werden die Ersthelfer von Flughafenfeuerwehr und DRK mediservice zu medizinischen Notfällen gerufen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Sie reichen vom verstauchten Knöchel über Kreislaufbeschwerden bis hin zum Herzkammerflimmern. In letzterem Fall ist besondere Eile geboten. Denn hier zählt jede Sekunde, um den plötzlichen Herztod zu verhindern. Das Engagement von Passanten kann hierbei Leben retten. Aus diesem Grund hat Hamburg Airport flächendeckend 66 hochmoderne Notrufstelen aufgestellt. Dabei handelt es sich um ein kombiniertes Notruf- und Rettungssystem. Das Ziel: Betroffene oder Helfer können im Notfall ad hoc sowohl professionelle Hilfe anfordern, als auch unmittelbar vor Ort Ersthilfe leisten.



SOS-Stele mit Defibrillator


Die zwei Meter hohen, feuerrot lackierten SOS-Stelen befinden sich im Abstand von 50 bis 70 Metern in den Terminals, der Airport Plaza, der Pier und auf den Parkplätzen. Zur Aktivierung muss einer der beiden in unterschiedlicher Höhe angebrachten Taster gedrückt werden. Der Notruf läuft umgehend in der Leitstelle der Flughafenfeuerwehr auf, wo der Mitarbeiter per Gegensprechanlage nach der Art des Notfalls fragt. Bei Bedarf gibt er die in der Stele befindliche Schublade mit Verbandskasten und einem automatisierten externen Defibrillator frei, der bei Herzkammerflimmern zum Einsatz kommt. Dieser Defibrillator kann ohne medizinische Vorkenntnisse sicher bedient werden, per automatischer Sprachanweisung wird der Anwender durch die einzelnen Bedienungsschritte geführt. Zur selben Zeit fahren zwei als Rettungsassistent/-sanitäter ausgebildete Mitarbeiter der Werkfeuerwehr mit Blaulicht zum Einsatzort, um die hilfsbedürftige Person professionell zu versorgen. Innerhalb von 2 bis 5 Minuten erreichen sie jeden Winkel des insgesamt 570 Hektar großen Flughafengeländes. Parallel zur Flughafenfeuerwehr macht sich auch ein Team aus Rettungsassistent/ und Sanitäter des DRK mediservice auf den Weg zum Notfallort. Denn unter Umständen können sie den Einsatzort aufgrund ihrer zentralen Lage in Terminal 2 noch schneller erreichen.


Bei Herzkammerflimmern rettet die Frühdefibrillation Leben

In Deutschland sterben jährlich ca. 130.000 Menschen an einem plötzlichen Herztod. Ursache hierfür ist häufig ein Flimmern der Herzkammer. Dabei arbeiten die Herzkammern nicht mehr koordiniert, sondern unkontrolliert selbstständig. Das Herz hat dadurch keine Pumpleistung mehr, was einem Herzstillstand gleichkommt. Mit jeder Minute, die bei einem Kammerflimmern verstreicht, reduziert sich die Überlebenschance um ca. 10 Prozent. Umso wichtiger ist es, dass bis zum Eintreffen der professionellen Hilfe auch umstehende Passanten den Defibrillator aus den Notrufstelen betätigen: Das halbautomatische Gerät misst selbstständig, ob tatsächlich ein Flimmern vorliegt. Nur in diesem Fall wird ein Stromstoß ausgelöst, der das Herz „entflimmert“, also wieder in seinen normalen Rhythmus zurückgeführt. Es ist also nicht möglich, ein gesundes Herz zu schädigen. Wenn die Frühdefibrillation in einem zeitlichen Fenster von 2 bis vier Minuten nach Eintreten des Kammerflimmerns durchgeführt wird, überleben deutlich mehr als 50 Prozent der Betroffenen.
Bisher wurden 250 Flughafenmitarbeiter durch Ausbilder der Feuerwehr auf die Anwendung eines Defibrillators geschult. Etwa 10- bis 15-mal im Jahr nehmen die Erstretter der Werkfeuerwehr sowie des DRK mediservice eine Defibrillation bei Patienten mit Kammerflimmern vor.

www.ham.airport.de





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