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Experten-Gremium empfiehlt verstärkte Impfberatung bei Reisen in Tollwut-Risikogebiete

Kaum eine Reise ohne Risiko / Jährlich sterben ca. 60.000 Menschen
weltweit

Vor Reisen in Tollwutgebiete empfehlen Experten eine verstärkte
Impfberatung. Dies ist das Fazit des Konsensuspapiers „Tollwutimpfung
für Reisende“, das Dr. Christian Schönfeld, Tropeninstitut Berlin, im
Rahmen eines Pressegespräches des Marburger Impfstoffherstellers
Chiron Vaccines Behring vorstellte.

Im Jahr 2002 verreisten über 6,3 Millionen Menschen aus
Deutschland in Tollwut-Hochrisikoländer in Amerika, Afrika und Asien.
Bei einer Befragung von ca. 1.200 Reisenden in Tollwut-Risikogebiete
waren fast 97 Prozent nicht gegen Tollwut geschützt. Das Risiko der
Exposition wird von den Reisenden, oft durch mangelnde Aufklärung,
unterschätzt. Immerhin erleidet etwa jeder 500. Fernreisende
Tierbisse, die ein Tollwutrisiko mit sich bringen. Aus diesem Grund
haben insgesamt 17 namhafte Experten der Infektionsmedizin eine neue
Empfehlung zur Tollwut-Reiseimpfberatung herausgegeben.

Der vorbeugende Tollwut-Schutz hat bisher in der
reisemedizinischen Beratung nur eine untergeordnete Rolle gespielt.
Weltweit versterben an Tollwut ca. 60.000 Menschen. Ein Großteil
dieser Todesfälle ist in Asien zu verzeichnen. Hauptüberträger ist
der Hund. Gerade in beliebten Reiseländern mit z.T. steigenden
Urlauberzahlen, wie z.B. Indien, Thailand und China, aber auch in
vielen anderen Ländern der Welt, wie z.B. Brasilien, Südafrika oder
auch der Türkei, ist die Tollwut weit verbreitet.

Die Infektion erfolgt in der Regel durch Bissverletzungen, aber
auch durch Kratzwunden oder wenn Speichel von infizierten Tieren in
kleine Wunden oder auf Schleimhäute gelangt. Sind die ersten Symptome
von Tollwut zu erkennen, gibt es keine medizinische Hilfe mehr – der
Mensch stirbt! Der Tollwut-Tod eines Kleinkindes im November 2003 in
Frankreich zeigt, wie wichtig ein vorbeugender Impfschutz ist. Das
Kind hatte sich bei einem Urlaubsaufenthalt in Gabun, unbemerkt von
den Eltern, vermutlich durch den Kontakt mit einem tollwütigen Hund
infiziert.

„Die Intensivierung der generellen Aufklärung über das
Tollwutrisiko im Reiseland und die Aufklärung über die Vorteile einer
präexpositionellen Impfung im Vergleich zu einer postexpositionellen
Prophylaxe bei Reisen in Regionen mit hoher Tollwutgefährdung ist zu
empfehlen…“, heißt es im Konsensuspapier „Tollwut-Impfung für
Reisende“.

Ein wichtiger Vorteil der vorbeugenden Impfung ist die
vereinfachte Behandlung nach Exposition im Reiseland. Patienten ohne
vollständigen Tollwut-Schutz benötigen fünf Impfungen mit einem
modernen Zellkultur-Impfstoff und bei gegebener Indikation ein
Tollwut-Immunglobulin. Hingegen benötigen Reisende mit einer
kompletten Grundimmunisierung lediglich zwei Impfungen und kein
Immunglobulin. In vielen Reiseländern ist die Versorgung mit
modernen, hoch wirksamen und gut verträglichen Impfstoffen nicht
sichergestellt. Ein Tollwut-Immunglobulin ist oft gar nicht
verfügbar. Der Reisende sollte nach Exposition in jedem Fall
schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen, damit mit einer
postexpositionellen Behandlung begonnen werden kann. Auch für
vorbeugend geimpfte Personen ist dann die Gabe von zwei Impfungen mit
einem modernen Zellkultur-Impfstoff notwendig, um den vorhandenen
Impfschutz zu sichern. Die Immunglobulin-Gabe muss allerdings nicht
erfolgen. Die Teilnehmer des Experten-Gremiums drängen daher darauf,
die vorbeugende Impfung vor Reisen in Länder mit mangelnden
postexpositionellen Behandlungsmöglichkeiten (Impfstoff und
Immunglobulin) besonders großzügig zu empfehlen. Die vorbeugende
Tollwut-Impfung vor Reiseantritt kann im Expositionsfall die
notwendige Zeit verschaffen, bis eine sichere und verträgliche
postexpositionelle Behandlung begonnen werden kann.

Chiron Vaccines Behring in Marburg ist ein Impfstoffhersteller mit
100-jähriger Tradition in Deutschland, die auf den Firmengründer Emil
von Behring zurückgeht. Emil von Behring war der erste Träger des
Medizin-Nobelpreises, er erhielt ihn 1901 für die Entwicklung des
Diphtherie-Antitoxins.

Der deutsche Standort von Chiron Vaccines gehört zu dem weltweit
tätigen Impfstoffhersteller Chiron Vaccines mit Hauptsitz in Oxford.
Chiron Vaccines hat Standorte in Europa, den USA und Asien und ist
der weltweit fünftgrößte Impfstoffhersteller. Bei den Grippe-
Impfstoffen belegt Chiron Vaccines weltweit Platz zwei. In
Deutschland ist Chiron Vaccines Behring der führende Spezialist im
Bereich von Influenza- und FSME-Impfstoffen. Das als Chiron Vaccines
Behring handelnde deutsche Unternehmen firmiert unter Chiron Behring
GmbH & Co KG und hat seinen Sitz in Marburg.

Weitere Informationen unter (www.chiron-behring.de)





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